Donnerstag, 25. Dezember 2008

Weiße Weihnacht in Ankara


- Kirche
- Essen
- Gedichte
- Weihnachtslieder
- Bescherung
- Glühwein ;-)

Freitag, 19. Dezember 2008

Trommelmusik in Sanliurfa

Ruf der Muezzine in Aleppo

Gaziantep


- Die Rückreise in die Türkei gestaltete sich schwieriger als gedacht
- Es wollte sich kein Taxifahrer finden lassen der uns um 17 Uhr an die (ca. 60km entfernte) syrische Grenze (für weniger als 30€) fahren wollte. Doch ein Privatmann fuhr uns in dann doch in seinem kleinen Minivan ohne Fenster
- Dann wollten die Grenzbeamten auch noch 550 Syrische Lira (=8€) pro Mann für die Ausreise! Wir kamen uns doch ein wenig seltsam vor als wir in einem kleinen Schuppen das Geld gegen einen Zettel austauschten der uns über die Grenze lassen sollte. Dennoch war alles laut unseren Kommilitonen die zuvor schon in Syrien gewesen waren, rechtens.
- In Gaziantep verbrachten wir nur eine Nacht bevor wir in den Flieger zurück nach Ankara stiegen
- Für den kurzen Aufenthalt hat Gaziantep überrascht. Das Restaurant in dem wir waren, überzeugt mit gutem Essen, gutem Service (!) und guten Preisen. Auch das Hotel war für 10€ sehr günstig und dennoch gut so das wir nicht einmal verhandeln mussten!

Aleppo (Syrien)


- Auf nach Syrien
- Natürlich hatte sich niemand (außer Susi) ein Visum besorgt und daher mussten wir uns auf Aussagen unserer Kommilitonen verlassen, dass wir mit ein bisschen Wartezeit ein Visum an der Grenze erhalten
- Nachdem wir kurzfristig noch eine SMS bekamen, dass wir unbedingt 50 amerikanische Dollar pro Nase brauchen um das Visum zu erhalten, haben wir in einem mysteriösen Baklavaladen im Busbahnhof Gaziantep $300 für Türkische Lira eingetauscht. (Glücklicherweise waren es keine Blüten)
- An der Grenze wurden wir das Gefühl nicht los, dass man eine kleine "Aufwandentschädigung" von uns, für den Aufwand den wir verursachten, erwartet. Nach ca. 1 1/2 Stunden warten, zig Formulare ausfüllen und $32 fürs Visum wurden wir ins Land gelassen
- Herzlich Willkommen hießen uns die Taxifahrer an der Grenze, die wir erst ein mal herunterhandeln mussten. Lustigerweise waren die so knapp bei Kasse, dass wir ihnen den Sprit an der Tanke von unserem Taxigeld zahlen mussten
- Unser Hotelbesitzer in Aleppo war sehr nett, allerding war das Zimmer Nachts sehr kalt
- Nachdem wir uns mit Falafeln vollgestopft hatten, habe ich ein Schachkaffee gefunden in dem wir sogar mit Frauen (!) durften. Dort habe ich sehr nette Araber kennen gelernt, die auch nicht schlecht Schach spielen können.
- Am nächsten Tag ging es auf den Bazar auf dem ich mir Nüsse, ein arabisches Kopftuch und viele Kleiningkeiten gekauft habe
- Aus meinem maßgeschneiderten Anzug ist leider nichts geworden. Es hätte 20 Tage gedauert diesen zu nähen. Dabei wäre er mit umgerechnet 60€ ein Schnäppchen gewesen. Auf der Suche nach gefertigten Anzügen konnte ich nichts in meiner Größe finden (die Araber sind einfach zu klein).
- eine "wirkliche" Disco lies sich leider in Aleppo nicht finden

Sanliurfa


- Sanliurfa ist eine sehr schöne Stadt
- Abraham ist dort geboren und Hiob hat in dieser Stadt seine Leiden aushalten müssen
- Wir hätten in dieser Stadt ruhig noch mehr Zeit verbringen können, soviel gab es dort zu sehen
- Das arabische Dörfchen Harran mit seinen alten Häusern war sehr nett zu besichtigen. Der einheimische Touristguide führte uns an dem Eintrittskartenhäuschen vorbei zu allen Sehenswürdigkeiten und erklärt uns wie damals Ayran (türkische Buttermilch) gemacht wurde
- Auffällig war, dass die in der Türkei lebenden Araber lila Kopftücher getragen haben. Ja selbst für Männer war es hier selbstverständlich Kopfbedeckung zu tragen
- Am Abend haben wir noch lecker Auberginen Kebab oder Pide (türkische Pizza) gegessen

Mardin


- Abreise von Van mit dem Bus nach Mardin. 7 Std dauerte die Reise über Passstraßen in den Bergen mit sehr viel Schnee.
- Unglaublich war die unterschiedliche Landschaft. Erst noch verschneite Berge, etwas später saftige grüne Wiesen in den Region Rund um den Fluss Tigris.
- Mardin ist ein richtiges türkisches Touristenstädtchen
- Dort genehmigten wir uns das bislang teurste Hotel mit umgerechnet 25€ pro Nase und Nacht. Dafür hatte ich ein super Doppelzimmer für mich ganz alleine
- In Mardin wurde Rebecca von einem türkischen Reporter interviewt und das noch zu ihrem Leitwesen in türkisch
- Anzumerken war das tolle Restaurant in Mardin, in welchem man vorzüglich speißen konnte. Das Restaurant wird von einer Frau betrieben (war mal eine kleine Sensation) und man kann den örtlichen Frauen beim Essen zubereiten zusehen. Wirklich lecker

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Van


- Van gelegen am Vansee (sieben mal so große wie der Bodensee) ist eine Stadt mit ca. 400.000 Einwohnern
- Teilweise sind die Mensch, die in den Dörfern leben so arm, dass sie Kuhfladen trocken und anschließend zum heizen verwenden. Jedenfalls hat man große Mistberge gesehen
- Unglücklicherweise waren fast alle Geschäfte und Restaurants am Montag (Hochtag des Opferfest) geschlossen und wir mussten verzweifelt nach einer Essensmöglichkeit suchen
- Besichtigung der Kirche zum Heiligen Kreuz auf der Insel Akdamar. Dort sind einige Geschichten aus der Bibel dargestellt. Welche erkennt ihr? Ein findiger Türke hat uns dort übers Ohr gehauen und für uns als Gruppe umgerechnet 10 Euro Eintritt verlangt, obwohl wir die nicht hätten zahlen müssen.
- Danach sind wir auf die ehemalige Zitadelle gestiegen um Fotos zu schießen bevor die Sonne unterging
- Ein Highlight war wohl der Hamam (Türkische Bad) Besuch an Susannas Geburtstag. Wir konnten den Hamambesitzer dazu "überreden" nach Geschäftsschluss uns noch schwitzen zu lassen und so hatten wir das ganze Hamam für uns alleine
- Am Abend trafen wir wieder auf eine Bilkent Reisegruppe mit der wir in einem Tanzcafé zur kurdisch/türkischer Musik tanzten

Dogubayazit


- kurzer Zwischenstop in Dogubayazit
- Besichtigung des İshak-Paşa- Palast, der auf der Rückseite des 100 Lira Schein abgebildet ist
- Bestaunen des Berg Ararat (ca. 5100m)
- Suche nach der Arche-Noha, die hier laut Bibel gestrandet sein soll
- Die iranische Grenze ist von hier zu sehen

Kars - Ani


- Flug nach Kars
- Kars ist eine triste ehemalig russisch besetzte Stadt
- es gibt nette Teestuben in denen wir Backgammon und Skat gespielt haben
- Ausflug zur ehemaligen armenischen Hauptstadt Ani. Die armenische Grenze ist nur einen Steinwurf entfernt. Faszinierend sind die verschieden Religionen die damals dort aufeinander trafen. Georgische Christen, Armenische Christen, Muslime.........
- Abends haben wir einen zweite Reisegruppe von unserer Uni getroffen mit der wir in einer Kellerdisco "unter uns" waren. Die jungen türkischen "Disco"betreiber haben uns türkisch Tanzen beigebracht. *klasse!*
- Am Montag Morgen wurden die Tiere (meist Schafe) zum Schlachten gebracht um sie zum Opferfest verspeisen und teilen zu können

Bayram (Operfest) Reise 6.12. - 16.12.

Ich bin aufgebrochen mit meinen lieben Kommilitonen eine 10-tägige Reise in die Osttürkei und Syrien zu unternehmen. Die Bayram Ferien haben wir um 2 Tage verlängert um unsere ehrgeizige Reise auch zu verwirklichen. 70 Tage nach dem Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan feiern die Muslime das wichtigeste Fest in ihrer Religion. Mit dem Opferfest wird Vater Abraham gedenkt. Abraham wird auch in der Bibel erwähnent und vielen ist bestimmt die Geschichte bekannt. Traditionell wird am Opferfest ein Tier (meist Schaf) geschlachtet, das zu 1/3 selbst verspeist, 1/3 an Verwandte, Bekannte, Freunde und Nachbarn und dem letzten 1/3 an Bedürftige verschenkt wird.

Der Osten der Türkei gilt als wirtschaftlich schwache Region, die in Religion und Tradition noch stärker verwurzelt ist. Im Südosten der Türkei ist die Militärpräsenz sehr stark, da man immer noch die PKK (Kurdische Arbeiterpartei) verfolgt und vor Anschlägen oder Entführungen Angst haben muss. Je weiter man in den Südosten vordringt, umso mehr Kurden trifft man und der arabische Einfluss wird sichtbar.

Mit dem Wetter hatten wir noch Glück gehabt. Es war zwar kalt, aber den großen Schneemassen sind wir entkommen. Geographisch ist die Osttürkei bergiger und die Sonne geht früher unter.


Mit Flug kommen wir ungefähr auf gut 3000km Strecke, die wir zurückgelegt haben.
- Die einzelnen Diashows mit Kurzberichten folgen in Kürze -

Sonntag, 30. November 2008

Vierter Donnerstag im November = Thanksgiving


Am letzten Donnerstag habe ich mein erstes Thanksgiving mit meinen amerikanischen Freunden gefeiert. Es gab sehr, sehr viel zu essen, auch wenn wir keinen richtigen Truthahn finden konnten war das Büffet eine Pracht. Da es in Amerika Tradition ist an diesem Tag dankbar zu sein, soll dies jeder Festteilnehmer auch in einem kleinen Sätzchen ausdrücken:
I am thankfull for, never being fed up with eating......
I am thankfull for, my mom giving birth to me.....
I am thankfull that I was born so smart and handsome......



An diesem Abend habe ich noch drei Franzosen kennen gelernt, die auf der Durchreise sind und für zwei Nächte bei Keegan, Christopher and Helene übernachteten. Ihre Geschichte war ganz lustig. Zwar möchten diese drei Franzosen mit weiteren vier Freunden (auch Kanadier) die Welt in fünf Jahren zu Fuß bereisen!!! Ihre selbst gestellten Regeln sind nicht mehr als 2 Euro pro Tag und Mann auszugeben und nichts für Transport auszugeben. Verrückt muss man da schon sein. Sie sind im Mai in Frankreich gestartet und sitzen in jetzt in Ankara fest, bis ihre Winterausrüstung eintrifft. Solange werden wir sie wohl noch von Studentenbude zu Studentenbude durchreichen, nach dem ein Kommilitone sie über Couchsurfing kennen gelernt hat. Ihre Homepage ist www.toutenmarchant.com leider nur auf französisch.



Am Freitag morgen hat es das erste mal ein bisschen in Ankara geschneit! Dafür haben wir heute schon wieder 10°C. An diesem Tag haben wir das türkische Parlament besichtigt. Aufregend war es weniger und kein Politiker war anwesend, so das die Führunge nicht länger als eine Stunde dauerte.

PS: Wie immer verstecken sich hinter den Bildern Diashows!
Allerdings ist hinter dem Franzosenbild nichts!

Mittwoch, 26. November 2008

Midterms, Middterms, Midterms und noch mal Midterms

Wie die Überschrift schon verrät, bin ich gerade mit Midterms, d.h. Klausuren unter dem Semester, beschäftigt. Diese verteilen sich so, dass ich seit dem Wochenende nach Kappadokien jeweils ein Midterm pro Woche schreibe. Dies geht jetzt noch so weiter bis die Bayramferien (Opferfest) am 8.12. starten. Bis dahin werde ich alle Midterms geschrieben haben, so dass sich diese Zeit wieder mal für eine Reise eignet. Planungen laufen, aber ein konkretes Ziel gibt es noch nicht.
Ansonsten werde ich am Freitag das türkische Parlament besichtigen und wieder mal ein paar Fotos hochladen.....
Grüße
Christian

Freitag, 14. November 2008

Kurztrip nach Göreme 7.-9. Nov, Kappadokien

Kappadokien (=Land der schönen Pferde)

Das letzte Wochenende hatte ich mit 11 Kommilitonen noch genutzt um einen kurzen Ausflug nach Kappadokien zu unternehmen. Die Busreise mit 4 ½ Stunden war recht kurz und da wir nicht in der Hauptsaison unterwegs waren, sind wir sehr günstig untergekommen. Unsere Pension war zentral gelegen und unsere Zimmer waren Höhlen. Diese sollte einem das Gefühl verleihen in den Berg gehauene Höhlen zu wohnen. Wir mussten uns aber nicht, wie vor hunderten Jahren, aus unserem Glauben von den Römer oder Angreifern verstecken. Die Region Kappadokien ist sehr alt und gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Die über die Jahrhunderte geformte einzigartige Landschaft ist Magnet für viele Touristen. Selbst George Lukas hatte hier ohne Probleme einen seiner Star Wars Filme drehen können und jeder würde denken, dass es sich dabei um einen fremden Planeten handelt.

Samstag hatten wir uns einen eigenen Minibus mit Fahrer gemietet. Der fuhr uns überall hin und wir konnten uns bei zahlreichen Stationen wie Love Valley, unterirdischen Städten, Burgen, Töpfereien oder Märkten so viel Zeit lassen wie wir wollten. In der Töpferei war ich ein bisschen zu vorlaut und musste dann meine Töpferkunst selbst unter Beweis stellen. Für einen Anfänger habe ich mich wohl ganz gut geschlagen, obwohl ich danach selbst nicht sagen konnte was mein Kunstwerk, Tasse oder Vase, eigentlich darstellen sollte.

Den Abend haben wir mit einem Vier-Gänge Menü und einem Besuch im „Weinkeller“ ausklingen lassen. Leider war ich in Kappadokien vom Wein und unsrer Weinprobe maßlos enttäuscht. Obwohl wir türkisch sprechende Kommilitonen dabei hatten, wollte/konnte uns der Herr des Weingutes nichts erzählen.

Sonntag unternahm ich mit einigen anderen eine Quad Tour. Die Landschaft hier mit ihren staubigen Boden ist ideal für einen Quad Ausflug. Da kann man mit seiner Maschine richtig über Schanzen springen und das sliden macht herrlich Spaß.

Insgesamt ein klein, aber sehr feiner Ausflug

Ich versuche mich beim Töpfern


Es sah doch so einfach aus......

Harry Potter zeigt uns das Töpfern


Liebevoll nennen sie ihren jüngsten Töpfer Harry Potter. [potter engl. für töpfern]
(Toller Scherz für die Touristen......)
Früher musste man noch mit Muskelkraft das Schwungrad antreiben.
Mitlerweile wir das nur noch als Touristenattraktion vorgeführt.

Ruf des Muezzins, Kappadokien

Karte Göreme bei Nevsehir, Kappadokien, Türkei


Größere Kartenansicht

Dienstag, 11. November 2008

31. Oktober = Halloween


Selbst wenn die Amerikaner nicht zu Hause sind, lassen sie es sich nicht nehmen Halloween zu feiern. Recht haben sie, und wäre ja langweilig, wenn ich nicht dabei wäre.

Nachdem wir uns verpflichtet hatten kostümiert zu erscheinen, kam ich auf die gloreiche Idee doch die Rockband KISS nachzustellen.
Ziemlich viel Aufwand mussten wir in unser Kostüm schon stecken, aber das war es wert für das beste Outfit und Hinkucker des Abends.

Manche Türken (unser Taxifahrer oder die Wohnheimswachleute) haben ihren Augen nicht glauben können, sowas haben sie wohl noch nie gesehen...

Samstag, 1. November 2008

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Diashow Deutsches Weinfest

Siebte bis neute Woche: 13.10. bis 29.10.

Nun ist nach Protesten hier in der Türkei www.blogger.com wieder frei gegeben. Es hat ein starkes negatives mediales Echo geweckt, da die Türkei so viele ihr unliebsame Internetseiten gesperrt hat. Nun sollen nicht mehr ganze Seiten gesperrt werden, sondern die Betreiber aufgefordert werden bestimmt Inhalte zu entfernen.

Sogar die Süddeutsche Zeitung war es wert darüber einen Artikel zu drucken.
hier klicken.

Was gibt es noch zu berichten.
Meine ersten Mid-Term Klausuren in den letzen Wochen habe ich erfolgreich überstanden. Jetzt werde ich wieder weiter an meinen Gruppenprojekten und Essays arbeiten die großen Arbeits- und Rechercheaufwand bedeuten. Leider muss dafür immer das Türkisch lernen zurück fallen, für das keine / immer weniger Zeit verbleibt.

Letzte Woche Freitag hatten wir einen Termin mit gemeinsamer Diskussion bei der Deutschen Botschaft hier in Ankara. Nachdem uns das sechs Hektar große Gelände (mit eigenen Pferden, Swimmingpool und riesen Gartenanlage) gezeigt und die Geschichte der Botschaft erklärt wurde, diskutierten wir mit dem Militärattaché und einem Diplomaten der politischen Abteilung. Dabei erklärte er uns die Arbeit der Deutschen Botschaft, die aktuelle politische Lage der Türkei und die Beziehungen (meist wirtschaftspolitisch) zwischen Deutschland und Türkei. Es war eine sehr interessante und nette Gesprächsrunde, bei der man sich ein Bild von der Arbeit eines Diplomaten machen konnte.

Heute 29. Oktober war hier Nationalfeiertag in der Türkei. Die Republik Türkei feierte ihren 85. Geburtstag und ich habe mir sagen lassen, dass es eine Militärparade in der Stadt gab.

Der Herbst fängt jetzt auch langsam Einzug zu halten in Ankara. Morgens muss man teilweise mit Pullover oder mal Jacke aus dem Haus gehen. Unter dem Tag hat es noch seine 16°C. Gestern war es das zweite mal, dass es hier in Ankara geregnet hat. Zumindest an die Male, an die ich mich erinnern kann.

Am Samstag auf Sonntag haben die Türken genauso eine Stunde länger schlafen können. Somit sind wir euch immer noch eine Stunde voraus. ;-)

Aufgrund der starken Aufwertung des Dollars hat sich der Kurs zwischen dem Euro und der Neuen Türkischen Lira (YTL) zu meinen Gunsten verändert. Von anfangs September als er noch bei 1,72 stand, ist er jetzt bei 2,12 gelandet. D.h. 1 Euro sind nicht mehr 1,72 YTL, sondern jetzt 2,12 YTL wert. Somit spare ich bei jedem mal Abheben von 200 YTL (ca. 100 Euro) fast 20 Euro im Gegensatz zu Abbuchungen im September. Leider frisst die Inflation von 10%, die man hier teils spürt wieder etwas auf. Burger und Coca Cola aus dem Automat sind um teurer geworden. :-(

Man meint hier in Ankara direkt, dass der Spruch „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ sehr beachtet wird. Nachdem wir hier Oktoberfest feiern durften, gab es am Wochenende ein Weinfest. Dort war ich mit ca. 12 internationalen Kommilitonen, den ich Stolz unseren Frankenwein präsentieren durfte. In der Alten Stadt Ankaras auf der alten Zitadelle wurde in einem schönen Restaurant ein kleines Weinfest von deutschen Frauen mit türkischen Männern organisiert. Mit unsrer Anwesenheit drückten wir den Altersschnitt von 65 Jahren stark nach unten. Eine ältere Dame, die sich um die Organisation des Weinfestes kümmerte, hatte es sich zur Aufgabe gemacht uns den ganzen Abend zu versorgen und zu bemuttern. Erst mal lies sie uns für die Hälfte vom Eintrittspreis (12,50 YTL), denn es gab Büffet, eintreten. Dann durften wir ihren herzhaften Zwiebelblootz mit Schweinespeck (!) genießen und sie versuchte vergebens unsere Nummer bei der Tombola zu ziehen. Wie gesagt durfte ich meinen Kommilitonen unseren Frankenwein vorstellen. Unter der kleinen Auswahl von sechs verschiednen Frankenweinen (meist Müller-Thurgau) hat ihnen der Silvaner am besten gefallen. Nach dem wir uns dann gestärkt hatten, wagten wir uns auf die Tanzfläche. Nach anfänglichen deutschen Schlager konnte man sich beim DJ wünschen was man wollte und er nahm eigentlich nur noch auf uns „jungen Leute“ Rücksicht. Dies war insgesamt ein sehr gemütlicher schöner Abend, bei dem zu letzt die Veranstalterin sich nicht davon abbringen ließ, uns noch Essen in Plastikboxen einzupacken und mit zu geben.
- Für den ersten Advent lud sie uns in die Deutsche Schule zum Weihnachtsmarkt ein. -

Sonntag, 26. Oktober 2008

Türkei sperrt www.Blogger.com

Seit Donnerstag dieser Woche ist die Seite www.Blogger.com in der Türkei gesperrt. Damit sind alle Blogs aus der Türkei nicht mehr zugänglich. Für deutsche User sollte aber noch alles erreichbar sein. Leider hat sich die türkische Regierung zu diesem Schritt entschlossen. Nachdem www.Youtube.com schon seit Anfang Januar 2008 gesperrt wurde, trifft dies jetzt auch auf www.Blogger.com zu. Die Begründung lautet, dass auf diesen Seiten der Staatsgründer Atatürk ("Vater der Türken") beleidigt wird.

Glücklicherweise habe ich es geschafft diese Sperrung zum Teil zu umgehen. In wie weit ich noch alle Dienste des Blogs nutzen kann, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Samstag, 18. Oktober 2008

Diashow Oktoberfest

1. Oktoberfest Ankara 2008

1. Oktoberfest Ankara 2008

Am Freitag den 10.Oktober war ich auf dem 1. Oktoberfest das Ankara jemals gesehen hat (vielleicht auch das letzte). Die Deutsche Botschaft veranstaltete im Rahmen der Deutsch-Türkischen Kulturwoche ein eigenes Oktoberfest auf ihrem Gelände aus. Schon jetzt kann ich sagen, dass dieser Abend eines von vielen Highlights meines Erasmussemester hier in der Türkei war.

Punkt 18 Uhr standen wir vor der Deutschen Botschaft und wurden freundlich vom deutschen Empfangspersonal herein gelassen. Nachdem wir die ersten Fotos geschossen hatten, erblickten wir das Festzelt mitten im großen Botschaftsgarten. Wir waren beeindruckt. Da hat jemand sehr viel Herzblut in die Veranstaltung investiert. Nach dem wir die Gästeliste ins Auge genommen hatten, wussten wir, dass wir unter den 600 geladen Gästen die einzigen internationalen Studenten (ca. 20) waren.
Die 10 Bierzelt Gebote übersetzte ich mal auf Deutsch:
1. Verschütte oder verschwende kein Bier
2. Achte deine Nachbarn – sie haben auch gezahlt
3. Keine Auseinandersetzungen im Zelt – das Personal ist stärker
4. Tanzt auf den Bänken – nicht auf den Tischen
5. Berühre/kuschele mit deiner Frau – mit DEINER Frau
6. Sing mit
7. Sei nett zu der Bedienung – du möchtest weiter bedient werden
8. Wenn du mal musst, dann nutzt das Klo
9. Bei Zweifel, frag das Personal
10. Seh deine Konsequenzen ins Auge

Vom echten Münchner Wiesnwirt, Münchner Kindl, Wiesnbier, Bratwurst, Sauerkraut, halben Hähnchen, Gerupfter, Blasmusik, bayerischen Bedienungen bis zum Anstich, wurde nichts ausgelassen. Um 18.30 Uhr stach unser Wiesnwirt das erste Fass an und überreichte dem Deutschen Botschafter das erste Bier. Somit war das Startzeichen gefallen und das ausschenken konnte losgehen. In Windes eile trugen die vier Münchner Kellnerinnen und 50 türkischen Kellner/innen die ersten Maß Bier an jeden Festteilnehmer, um zusammen anzustoßen zu können. Obwohl das Ausschenken noch nicht so geklappt hat und ziemlich viel Schaum im Bierglas war, konnte uns egal sein, wir konnten so viel trinken wie wir wollten/konnten und einige unserer Dänen nahmen dies wörtlich und griffen gleich zu zwei Bieren. Anschließend verlas der Deutsche Botschafter noch die Grußworte des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude.

Lange vorher schon habe ich mich auf das Essen auf dem Oktoberfest gefreut – gibt es vielleicht Schwein?! Natürlich nicht, reichlich halbe Hähnchen, Bratwürste (kein Schweinefleisch) und Sauerkraut wurden serviert.
Später gab es auch noch eine Verlosung. Firmen wie die Lufthansa, EADS, KMW, Swissotel, Paulaner...... haben das Oktoberfest gesponsert. Es gab wirklich tolle Preise zu gewinnen. Vom Lahm (Bayern München) Trikot mit Unterschrift oder Fußball mit allen Unterschriften der Bayernspieler bis zur Flugreise nach München wurde so einiges verlost. Um meine Chancen zu erhöhen trieb ich fünf weitere Eintrittskarten auf, die alle mit Platznummern versehen waren. Leider wurde ich nicht gezogen, aber zwei meiner Kommilitonen hatten Glück und gewannen einen echten Oktoberfest Steinkrug.
Anschließend forderte uns die Luftwaffen Musikkapelle auf doch das Tanzbein zu schwingen, dem wir auch folgten. Die Stimmung erlangte wohl ihren Höhepunkt, als wir eine Polonaise durch das Festzelt starteten! Bei so einem Großereignis mussten natürlich zig Kamerateams dabei sein. Die ARD Sendung Brisant zeigte am Samstag einen Bericht über unser Oktoberfest bei dem auch unsere Polonaise zu sehen war. Meine Tanzeinlage wurde wohl leider aus mangelnder Sendezeit wieder herausgeschnitten.

Daneben blieb noch Zeit sich mit vielen interessanten Leuten zu unterhalten. Mit den Botschaftsmitarbeitern habe ich mich über das Leben in der Türkei im Allgemeinen und an der Deutschen Botschaft im speziellen unterhalten. Der britische Botschafter erzählte uns von seinen Erfahrungen. Mit wieder anderen so zum Beispiel vom TüV diskutierten wir über die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU. Darüber hinaus konnten wir vereinbaren in naher Zukunft eine Diskussion mit der Deutschen Botschaft zu vereinbaren in der wir mit deren Vertretern über diplomatische und wirtschaftspolitische Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sprechen. Die Botschaft war darüber sehr erfreut und wir konnten einen Termin für Freitag den 24.10. ausmachen.
Leider war das Oktoberfest um 1 Uhr schon zu Ende und wir wurden doch höflich gebeten weiter zu ziehen. Das taten wir auch und gingen geschlossen mit einigen Jungmusikern der Bundeswehr noch in unsre Stammdisko das IF.

Montag, 13. Oktober 2008

Diashow Pamukkale

Beyram Woche / Zuckerfest - Teil III: Pamukkale

Beyram Woche / Zuckerfest
Teil III: Pamukkale

Nach dreistündiger Busfahrt kamen in der Dunkelheit in Pamukkale an. Unser Hotel hatten wir bereits mündlich gebucht, da der Besitzer unserer Absteige in Selcuk mit dem Besitzer des Hotels in Pamukkale mindestens verschwägert war. Außer einem netten Essen hielt der Abend jedoch keine Highlights bereit.

Berühmt ist Pamukkale durch seine Kalksinterassen, die einen riesigen Hang in eine schneeweiße Landschaft mit türkisen Wasserbecken verwandeln. Sie entstehen durch Kalkablagerungen, die aus warmen Quellen in der Nähe befördert werden. Das Kalk wird fest und das Wasser breitet sich fächerartig über die Abhänge aus, es entstehen, viele kleine Badewannen. So war es zumindest einmal und so ist es noch auf den Bildern von Pamukkale, die in jeder zweiten deutschen Dönerbude zu finden sind. Im Laufe der 70er und 80er Jahre bauten die Touristikunternehmer massenhaft Hotels oberhalb der Terassen, die dort die warmen Quellen anzapften. Des Weiteren war es den Touristen erlaubt, sich auf den Terrassen frei zu bewegen und zu baden, was nur so lange gut ging, bis die Touristen zu tausenden kamen. Als die Kalkterrassen zu verschwinden und sich abzunutzen begannen blieben auch die Touristen aus. Vor acht Jahren hat man das letzte Hotel oberhalb der Terrassen abgerissen und versucht sie langsam wieder in den alten Zustand zu versetzten, was an Teilen des Hanges schon gelungen ist. Die Besucher, die wieder vermehrt kommen und 20 Lira Eintritt für das Betreten der Terrassen berappen müssen (kein Studentenrabatt) wandern einen vorgegebenen Pfad den Berg herauf und herunter. Die Becken mit dem türkisen Wasser, die sich dort befinden sind von Beton umrandet. Die Touristen können sich dort ein wenig austoben, ohne die natürlichen Terrassen zu beschädigen. Als ich mir vor Augen führte, dass bis vor zehn Jahren an dieser Stelle eine Busauffahrt durch die Terrassen ging, war ich der Meinung, dass der Ort tatsächlich auf dem Weg der Besserung ist. Auch hier möchte ich nicht in der Hochsaison sein, dachte ich, als ich von Touristen umzingelt in der Mittagssonne barfuss den Pfad hinaufschlenderte und das türkise Wasser meine Füße umspielen ließ. Was interessant ist, ist die hervorragende Eigenschaft des Kalksinns, überhaupt nicht rutschig zu sein. Bei genauerem Hinsehen sah man, dass seine Oberfläche aus vielen kleinen bergauf gerichteten Zacken besteht, was so viel Halt gibt, dass man glauben könnte am Boden festgeschnallt zu sein. Oberhalb der Terrassen bot sich eine wunderschöne Aussicht über das Tal und eine nette Parkanlage zum ausruhen, sowie wieder ausgegrabene Reste einer antiken Stadt.

Anschließend bin ich mit zwei meiner Kommilitonen zum Frisör. Wir wollten uns nun auf die türkische Art und Weise rasieren lassen, nachdem wir unsren Bartwuchs eine Woche freien Lauf gelassen hatten. Für umgerechnet 2,50 Euro bekommt das volle Programm. Rassieren mit einer sehr scharfen Rassierklinge, Koteletten wegbrennen (!), Nackenhaare stutzen und sonstigen störenden Härchen entfernen. Tolles Kulturprogramm bei dem man allerdings seinem Barbier vertrauen muss.

Übrigens: Beschwert man sich in Pamukkale im Restaurant über mangelnde Qualität der Speisen wird man mit Wein aus der Region entschädigt.

Die Rückfahrt nach Ankara dauerte etwa acht Stunden, im Bus vertrieben wir uns die Zeit mit Skat-Spielen, Film-Pantomime und Schlafen. Die Bewirtung durch die Busangestellten ist übrigens vorzüglich. Ständig reicht der Garzon Kaffee, Tee, Wasser und natürlich haufenweise Erfrischungstücher oder gleich Erfrischungswasser aus der Flasche („Kolonia“). Wohlbehalten erreichte ich um Mitternacht mein Zimmer im Wohnheim auf dem Bilkent-Kampus und war sehr froh, in der vergangenen Woche eine solch nette Reise durch dieses sehr vielseitige Land unternommen zu haben.

Samstag, 11. Oktober 2008

Diashow Ephesus

Beyram Woche / Zuckerfest - Teil II: Ephesus

Beyram Woche / Zuckerfest
Teil II: Ephesus
Da es unserem Urlaub nicht an kulturhistorischen Entdeckungsreisen mangeln sollte, führte für uns kein Weg an Ephesus vorbei, einer der Touristenattraktionen überhaupt in der Türkei. Ephesus ist eine antike Stadt, die ihre Blütezeit für mehr als 2000 Jahren hatte. Damals zählte sie für die damalige Zeit unglaubliche 250.000 Einwohner und lag noch am Meer, welches heute etwa 5 km entfernt ist. Doch ging die antike Metropole im Laufe der Zeit nieder. Erst vor 100 Jahren wurden ihre Überreste ausgegraben und liebevoll wieder zusammengesetzt, um heute Millionen Touristen durch das Gelände schicken zu können. Selcuk ist ein kleinerer Ort etwa 5 km außerhalb von Ephesus, der sehr touristisch geprägt ist und seine Existenz wahrscheinlich ausschließlich der Existenz Ephesus’ zu verdanken hat. Er besteht hauptsächlich aus Hotels, Bars, Restaurants und Souvenirläden. Das Preisniveau war verglichen mit Ankara dennoch recht niedrig.
Es war weniger als eine halbe Minute vergangen, seit wir aus dem Minibus in Selcuk ausgestiegen waren, als uns bereits einige Hotelbesitzer belagerten, um uns zum „Special Price“ in ihr Hotel zu locken. Wir nahmen erste Angebot an, das sich gar als ein gutes herausstellte.
Dem Ausmaß der Attraktion Ephesus’ und dem sommerlichen Wetter Rechnung tragend war unser erster Wille, uns am Strand auszuruhen. Gegen Nachmittag erreichten wir diesen. Das Wasser war warm, der Strand menschenleer und sehr schön. Zu allseits großer Freude trafen wir zudem noch mit einer weiteren Gruppe Austauschstudenten unserer Universität zusammen, die eine ähnliche Reiseroute wie wir, nur andersherum, gewählt hatten. Ich fand es wirklich schön, Ende September noch einmal im Meer baden zu können.

Nach diesem anstrengenden Nachmittag am Strand war es bereits zu spät, Ephesus zu besuchen. Also gingen wir lieber in ein Restaurant, dass uns von der anderen Gruppe empfohlen worden war.
Dort gab es Tavuk-Döner (Brot mit Huhnfleisch und Zwiebeln gefüllt) für 1,5 Lira (etwa 80 Eurocent). Wir aßen so viele Tavuk-Döner, bis der Wirt kein Huhn mehr hatte. Drum gingen wir weiter in eine Kneipe. Ich brachte den Vorschlag in die Runde ein, doch einmal das Spiel „Mafia“ zu spielen. Bis wir aus der Kneipe befegt wurden führten wir hitzige Diskussionen über mutmaßliche Mörder, Kommissare und ungeklärte Morde und lachten herzlich.

Früh aufgestanden nahmen wir unseren mit dem Hotelbesitzer ausgehandelten kostenlosen Transfer in einem VW-Bus nach Ephesus wahr. Zu unserer Enttäuschung galt der Studentenrabatt für das Ausgrabungsgelände nur für türkische Studenten. Mit dem Gefühl, leicht diskriminiert geworden zu sein berappten wir 20 Lira für den Eintritt sowie 5 weitere für eine Hör-Tour durch das Gelände. Obwohl die Saison längst gelaufen war, war schon der Eingangsbereich mit vielen touristischen Stereotypen gefüllt. Im Sommer möchte ich nicht gerne hier sein, dachte ich als ich aufgrund der Hitze zu schwitzen begann und aufpassen musste, niemandem auf die Füße zu treten. Das gesamte Gelände ist sehr groß – zum Durchqueren benötigten wir etwa drei Stunden. Teilweise fühlte ich mich durch die schönen, teils sehr gut erhaltenen Ruinen sehr gut in die Antike zurückversetzt. Vor allem das große Amphitheater (24.000 Plätze) imponierte mir und ich überlegte mir, welche Art von Schauspiel hier wohl gegeben wurde und wie es war ein solches in diesem beeindruckenden Halbrund zu erleben. Alles in Allem gefiel mir das Gelände auch wegen seiner netten natürlichen Umgebung sehr gut, so dass ich den Ausflug durchaus als lohnenswert empfand.
Schon am Nachmittag war dieser Teil der Reise mit unserer Abreise nach Pamukkale beendet, natürlich erst, nachdem wir uns ausführlich mit Tavuk-Döner gestärkt hatten.

Freitag, 10. Oktober 2008

Diashow Izmir


Nachdem mir der Anbieter Flickr, bei dem ich bisher meine Webalben online veröffentlichen könnte, nicht gestattet mehr als 3 Alben zu erstellen, bin ich nun zu Picasa gewechselt.

Ihr könnte euch aber wie gewohnt die Diashow ansehen, indem ihr auf das Bild oben klickt.

Beyram Woche / Zuckerfest - Teil I: Izmir

Beyram Woche / Zuckerfest

Teil I: Izmir

Es gab zwar diese Woche Uni-technisch einiges aufzuholen, aber die letzte Woche war es alle mal wert. Wir starteten in unsere Westküstenreise am Freitag (26.9.) nachts. Mit dem günstigen (ca. 22 Euro) und „bequemen“ Reisebus ging es ans 9 Std. entfernte Izmir.

Ohne einen großen Plan vorgenommen zu haben starteten wir 9 Austauschstudenten mit der Absicht Izmir, Ephesus und Pamukkale unsicher zu machen. Die Gesamtdauer der Busfahrten betrug etwa 23 Stunden. Auf unten zu sehender Karte habe ich unsere Route eingezeichnet (etwa 2000 km).

Freitag, 26.9, 22.45 Uhr: Wir steigen in den Bus, der uns von den Wohnheimen zum großen Bus-Terminal in Ankara bringen wird. Er ist brechend voll, auch deshalb, weil jeder Mitfahrer zusätzlichen Platz für sein Gepäck benötigt. Denn auf Reisen sind nicht nur wir, sondern auch viele Türken, die über das große Bayram-Zuckerfest (das zweitheiligste Fest im Islam) nach Hause fahren, um mit ihren Familien zu feiern.

Der Asti-Busterminal, den wir gegen 23.10 Uhr erreichen, ist ebenso zum Platzen mit Menschen gefüllt. Das riesige, imposante Gebäude, mit zwei Ebenen, auf denen pausenlos Reisebusse ankommen und abfahren ist ein einziger Wuselhaufen voller Reisender, Kioskbetreiber und Angestellter von Busgesellschaften, die versuchen, ihre Restfahrkarten durch laute verbale Werbung an den Mann zu bringen. In der Türkei ist der Bus das wichtigste Verkehrsmittel für Langstreckenreisen, was die Ausmaße des Busbahnhofs begründet. Im Inneren des Gebäudes befinden sich Anzeigetafeln wie in Flughäfen und hunderte kleine Schalter von Busgesellschaften. Dazu nicht nur unzählige Kiosks, sondern auch andere Läden aller Art – vom Buchhandel bis zum Süßwarenspezialisten.

Unserem lobenswerten Orientierungssinn sei Dank finden wir bereits nach wenigen Minuten Marsch durchs Gedränge Abfahrtstor 138. Zumindest ein Teil unserer Gruppe. Der andere wartet seelenruhig vor Tor 38, bis er – durch einen Anruf vom anderen Teil dazu ermuntert – ebenfalls den Weg zu Tor 138 auf sich nimmt, um gerade noch rechtzeitig den Reisebus nach Izmir zu besteigen. Die Busfahrkarte nach Izmir ist unsere einzige Reiseplanung – auf ins Abenteuer!

Die Reise, die so begonnen hatte ging folgendermaßen weiter. Samstag morgen gegen acht Uhr kamen wir in Izmir an und befanden uns erneut in einem großen Busterminal. Der türkischen Lebensweise folgend setzten wir uns erst einmal in ein nahe liegendes Café, tranken Tee und überlegten unser weiteres Vorgehen, während wir unsere Reiseführer durchstöberten. Die Hotels, die unseren Preisvorstellungen entsprachen befanden sich alle im Stadtteil Besmane. Der Weg dorthin war einfach. Denn der Cafékellner führte uns einem seiner Freunde, der Busunternehmer ist und uns in den richtigen Linienbus setzte. In Besmane selbst hatten wir viele kleine Absteigen zur Auswahl. Wir entschieden uns für diejenige, die im Reiseführer empfohlen war („Billig, aber ohne Haken“). Sie lag in einem kleinen Altbau, die Decken in den Zimmern waren fünf Meter hoch und die Einrichtung erinnerte eher an eine schlecht gepflegte Studenten-WG als an ein Hotel. Bei dem Preis (15 Lira = 8 Euro pro Nacht) war uns das gleichgültig. Auch auf warmes Wasser ließ sich drei Tage lang hervorragend verzichten, wie wir am Ende unseres Aufenthalts in Izmir befanden.

Unsere erste Unternehmung war ein ausführlicher Besuch des Basar-Viertels, das direkt um die Ecke lag. Izmir ist trotz seiner Größe wenig touristisch geprägt, was dem Basar nur gut tut. Es gab nämlich neben den üblichen touristischen Einheitssouvenirs viele weitere nette Sachen zu betrachten und natürlich zu erwerben, wenn es nach dem Wunsch der offensiv auftretenden Ladenbesitzer ginge.

Mit prall gefüllten Einkaufstaschen tranken wir im Anschluss eine Weile lang Tee, um am Abend genug Energie zum Fischessen und anschließenden Biertesten an der Uferpromenade zu haben. Unser Hotel lag lediglich 10 Fußminuten vom Meer entfernt – genau die richtige Länge, um nach einem Kneipenaufenthalt an der frischen Luft spazieren zu gehen, dachte ich, als wir in der Nacht durch windige, aber warme Straßen Richtung Hotel liefen.

Der nächste Tag begann mit der Entscheidung, endlich ein türkisches Hamam, das türkische Bad, zu besuchen. Wir folgten einer Empfehlung aus dem Reiseführer und hatten einige Probleme, das in einer kleinen Gasse in einem Hinterhaus versteckte Bad zu finden. Nach Betreten standen wir in einem großen Eingangsraum, der von hölzernen Umkleidekabinen umrandet war. Wir zahlten 20 Lira für das Komplettpaket Bad + Schrubbmassage + Schaummassage und folgten dem entspannt wirkenden Chef mit geschmeidiger Haut in das Bad, welches aus drei etwa 50 Quadratmeter großen Räumen bestand. Zu Beginn wurden wir in die Sauna geschickt und nach 10 Minuten herausgerufen, um die Schrubbmassage über uns ergehen zu lassen. Bei dieser schrubbte der türkische Masseur uns während wir auf einem steinernen „Altar“ lagen mit großer Sorgfalt die oberste Hautschicht vom Laib. Dies fühlte sich besser an als ich vermutet hatte nachdem ich Felix, der vor mir an der Reihe war, bei der Massage beobachtet hatte. Nachdem die grauen, toten, auf der Haut hängenden Hautfetzen unter einer eiskalten Dusche abgeduscht worden waren, war die Schaummassage an der Reihe, die vom Masseur zum Anlass genommen wurde, unsere Körper auf knackende Stellen zu überprüfen. Der Schaummassage folgte eine Gesichts- und Haarwäsche, die vom Masseur in der gewohnt beherzten Art vorgenommen wurde, welcher sich ein Bad im kalten Pool anschloss. Am Ende wurden wir in einige Handtücher gewickelt (Bild) und saßen nachdem wir uns wieder angezogen hatten völlig entspannt in der Eintrittshalle. Im Anschluss war es uns erst einmal nach Tee. So sauber habe ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt! Wir haben beschlossen, in Ankara Hamam-Besuche zu einer Regelmäßigkeit werden zu lassen.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit der Besichtigung der Ruinen eines alten griechischen Markts in der Innenstadt und mit einer Bootstour in einen anderen Stadtteil, in dem wir zu Abend aßen. Es gab verschiedene Fleisch-Kreationen auf Reis sowie die Teigschiffe „Pide“, mit Käse und Fleisch gefüllt. Während des Ramadan ist es allerdings schwierig, in einem guten Restaurant am Abend unterzukommen, da die halbe Türkei kurz nach Sonnenuntergang die Restaurants bevölkert, um sich bis zu später Stunde die vom Fasten geleerten Mägen wieder vollzuschlagen.

Der nächste Tag lag im Zeichen eines Spaziergangs auf eine Burg mitten in der Stadt. Die Viertel, die wir dorthin passierten waren überaus türkisch, wenn auch recht schmutzig und ein wenig runtergekommen. Schon nach wenigen Minuten des Spazierens konnten wir uns an der Begleitung einiger 3-7-jähriger Türken erfreuen, die geradezu heiß darauf waren, uns den Weg zur Burg zu zeigen. Zu unserer Überraschung führten sie uns tatsächlich zu unserem Ziel, von dem wir die wunderbare Aussicht über die ganze Stadt genossen und eine Fotosession mit einer großen Türkeiflagge veranstalteten (Fotokollage). Im Innenhof der Burg kam es schließlich zu einem Fußballspiel zwischen den Jungs unserer Gruppe gegen anfangs sieben und gegen Ende etwa 20 türkische Jungs, die wie wir hocherfreut über das interessante Spiel waren, das 5:4 für die Türkei endete. Der Köpereinsatz der türkischen Mannschaft auf dem vom Glasscherben übersäten „Spielfeld“ – inklusive Seitfallzieher – war beeindruckend. Im Anschluss an das Spiel tranken wir erst einmal einen Tee.

Zum Abschluss des Tages aßen wir Kumpir – gefüllte Ofenkartoffel – und genossen abschließend den Ausblick, den das Hilton-Hotel im 32.Stockwerk in der Nacht bot. Das dazugehörige Bier erwarben wir jedoch lieber am Kiosk und tranken es im Hotel. Ein Bier im Hilton hätte den Kioskpreis um das zehnfache überstiegen.

Am Dienstag Morgen fuhren wir in einem kleinen Bus etwa 100 Kilometer nach Süden in die Stadt Selcuk nahe der antiken Stadt Ephesus.

Reiseroute Beyram-Woche

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Samstag, 4. Oktober 2008

Dritte und Vierte Woche: 15.9. bis 26.9.

Die Akademie ruft!

Ich stecke nun wieder voll und ganz im Universitätsalltag. Meine Assignments, Hausaufgaben, Hausarbeiten und Literaturrecherche halten mich auf Trapp. Hier an der Bilkent University höre ich sechs Kurse von denen einer ein Türkischsprachkurs mit 5 Std. pro Woche ist. Ansonsten gibt es hier im Gegensatz zu Mannheim nur Vorlesungen und keine Tutorien oder Übungen. Diese werden dann informell von den Doktoranten der jeweiligen Lehrstühle angeboten.
Mit meinen Professoren bin ich durch die Bank zufrieden. Alle sprechen gutes Englisch und man merkt, dass die meisten in Amerika studiert haben und dort ihren Ph.D. (Doktortitel) erworben haben. Der Unterricht ist meist sehr interessant und nicht nur theoretisch ausgerichtet, denn die Professoren hier haben zumeist vorher auch für Wirtschaft, Regierung oder auf anderen Gebieten außer der Wissenschaft gearbeitet. Der Kurs besteht meist aus nicht mehr als 30 Teilnehmern, was eine direkte Mitarbeit sehr befördert und von den Professoren sehr eingefordert wird. In meinem kleinsten Kurs sind wir nur 12 Studenten und davon 3 internationale Studenten. Einige wenige Professoren halten teilweise auch nur ein oder zwei Kurse an der Uni und arbeiten Vollzeit in anderen Bereichen wie Türkische Zentralbank, Think Tanks oder in der Finanzbranche. Da macht sich bemerkbar, dass es sich bei der Bilkent University um eine Privatuniversität (in der Türkei oftmals besser ausgestattet und renommierter als staatliche Unis) handelt. Professoren haben hier mehr Freiheiten und müssen sich weniger als in Deutschland um formale Angelegenheiten kümmern. Mein Departmentcoordinator für Economics hat sich schon lustig gemacht, wie viele Unterschriften wir den noch für Learning Agreement, Certificat of Arrival usw. brauchen.

Meine Aufnahme bei meinen türkischen Kommilitonen und Professoren war sehr herzlich. Sie sind sehr an uns internationalen Studenten interessiert, so dass ich mich in der ersten Vorlesung vor versammeltem Auditorium erst mal vorstellen musste. Die Professoren haben mich richtig gelöchert, aber daran habe ich mich schon gewöhnt. Man fällt hier auch in der Türkei immer als Ausländer (gerade ich groß gewachsener Deutscher) auf und es kann passieren, dass man mal angestarrt wird.

Das Lernen hier an der Universität gestalten sich anders als in Mannheim. Hier muss ich jede Woche Essays (Hausarbeiten) schreiben. Meine Hausaufgaben gebe ich in der nächsten Vorlesung bei dem Professor ab, die von ihm korrigiert und benotet werden. Es kann passieren, dass wir aus dem stegreif Quizzes schreiben müssen, die auch benotet werden. Es wird alles dafür getan, dass man im Unterricht mit arbeitet und kontinuierlich lernt. So gibt es nicht nur eine Endklausur sondern je nach Fach auch 1-2 Midterm Klausuren die gut und gerne 1/3 der Abschlussnote ausmachen. In einem Fach muss ich am 25. Dezember(!) eine Präsentation halten und mich in der Gruppenarbeit mit türkischen Studenten beweisen.

Ich habe es sogar geschafft, mir die nötigen Bücher – die hier selten im Original erworben sondern lieber komplett für 6 Euro kopiert werden - zu besorgen. Hier wird viel Wert auf Literaturrecherche gelegt, so dass ich häufig in die Bibliothek renne oder Economic Papers im Copyshop ausdrucke.



Da an diesem Wochenende der Ramadan – der muslimische Fastenmonat – endet, ist die nächste Woche frei. Die Muslime feiern ihr Zuckerfest – das wohl bedeutendste und volkstümlichste Fest - genannt Bayram welches drei Tage lang andauert und im Kreis der Familie und Verwandten statt findet. Ich verreise am Abend des 26.9. mit Kommilitonen an das an der Westküste gelegene Izmir. Auf dem Rückweg möchten wir noch ein paar kleinere sehenswürdige Städte wie Ephesus und Pamukkale besichtigen. Wenn übernächste Woche die Vorlesungen weitergehen ist aufgrund der nahenden Mid-Term-Klausuren Ende Oktober einige Arbeit zu erwarten, so dass wir diese Woche sicherlich noch einmal richtig genießen werden. Zumal es mittlerweile in Ankara recht kühl geworden ist. Mittags im Sonnenschein ist es zwar noch sommerliche 25 Grad Celsius, abends kühlt es aber sehr stark ab.

Freitag, 26. September 2008

Oktoberfest in Ankara!!!


Nicht mal auf das Oktoberfest muss ich hier in Ankara verzichten.
Die Deutsche Botschaft in Ankara richtet im Rahmen der deutschen
Kulturwoche ein Oktoberfest auf ihrem Gelände aus und
ICH HABE EINE KARTE !!!!!!!!!!!!!!
Einige Kommilitonen von mir konnten sich ebenso eines dieser
begeehrten Exemplare sichern. Es sind noch 4 Wochen bis zum
großen Ereignis, aber alle Karten sind ausverkauft.

Wir freuen uns alle riesig auf das Fest zu dem der deutsche
Botschafter der Türkei uns willkommen heißen wird. Viele
Diplomaten werden anwesend sein, wie von der benachbarten
Amerikanischen Botschaft. Ich werde mit Sicherheit ein paar
interessante Leute kennen lernen und Kontakte knüpfen können.

Zu guter letzt wird das größte Botschaftsgelände in Ankara uns
sicher gefallen. Desweiteren lockt die Botschaft auf ihrer
Internetseite

www.ankara.diplo.de


mit dem Luftwaffenmusikkorp "Egerländer Formation", orginal
Münchner Wiesnbier und anderen traditionellen Köstlichkeiten.

Campusplan

Der Campus hier ist sehr weitläufig.
Würde ich von meinem Wohnheim zum Haupteingang laufen, so
würde ich fast eine halbe Stunde benötigen. Geschweige
davon, dass ich den "Berg" dann wieder hoch laufen müsste.
Es gibt aber auf dem Campus genug Shuttlebusse, die für uns
Studenten um sonst sind und bei Bedarf auch in die Stadt fahren.
Mit dem Bus benötigt man ca. 30 Minuten bis in die Innenstadt.



Für mich sind nur die Quadrate in der rechten oberen
Ecke interessant. Den East Campus (links auf dem Plan)
habe ich bspw. noch nicht einmal besucht. Dort sind
die Freshmen untergebracht.
In meinem kleinen Bereich ist alles in 10 Minuten zu Fuß
erreichbar. Dort ist auch alles was ich so zum studieren
benötige:
Universitätsgebäude
Bücherei mit Computerlabs
Wohnheime
Cafeterien, Restaurants, Cafes....
Buchgeschäft und Schreibwarenhandel....
Hochmodernes Fitnesscenter mit Turnhalle

Fotoshow der Bilkent Univeristy

Hallo Zusammen!

Im Internet habe ich eine kleine Fotoshow im Videoformat gefunden.
Sie ist zwar schon ein Jahr alt, aber ihr könnt euch nun ein
besseres Bild davon machen wie es hier aussieht.


Mittwoch, 24. September 2008

Ein Wochenende am Meer in Kas; 12. bis 15.September 2008

Das Mittelmeer leuchtete in blauen Farbtönen. Doch beim Anblick einiger Austauschstudenten hatte der geneigte Beobachter eher den Eindruck, sich am Roten Meer zu befinden.
Mit diesem Wortwitz habe ich - wie ich meine - einen guten Einstieg in diesen Bericht über ein wunderschönes Wochenende gefunden.
Vergangenen Freitag brachen wir des Abends mit zwei Bussen – besetzt mit 60 Austauschstudenten und 10 BISC (Bilkent International Students Club) Mitgliedern - zu einer Nachtbusfahrt in Richtung türkischer Südküste auf. Sehr zur Zufriedenheit aller war das Gerücht, die Fahrt benötige 12 Stunden, nicht wahr – wir erreichten unser Ziel bereits nach 10 Stunden. Wir traten schlaftrunken – bzw. die Italiener nur trunken – in aller Dunkelheit aus dem Bus, um zu erfahren, dass wir zum einchecken in das Hotel zu früh waren. Gottseidank konnten wir es uns auf den Liegestühlen am Hotelsteg gemütlich machen. Als ich nach einem etwa zweistündigen Schlaf auf einer jener Liegestühle erwachte, sah ich um mich. Es war hell, vor mir sah ich das Meer in helles Morgenlicht getaucht – und um mich herum saßen Austauschstudenten, die sich wie ich verschlafen und verwundert die Augen rieben. „Das ist Urlaub!“ hörte ich mich denken.
Schon kurz nach Sonnenaufgang war es sehr warm. Nachdem unsere Zimmer bezogen waren genossen wir den Vormittag im Meerwasser oder schlafend am Hotelsteg. Einen Strand gab es leider nicht. Schön war es aber dennoch an dieser Felsenküste. Den Nachmittag nutzte ich, um mit Felix das schöne Kas [Kasch] zu ergründen. Das kleine Städtchen ist durchaus touristisch geprägt, jedoch in einem sehr angenehmen Maße. Pauschaltouristen mit kurzen Hosen und stillosen Hemden findet man hier kaum. Dafür einige nette Restaurants, in denen die Bestellung auch auf englisch oder deutsch erfolgen kann, sowie einige nette Läden, die allerlei mehr oder weniger unnützes Zeug verkaufen. Die Hitze ließ uns unseren Bewegungsradius jedoch recht klein ausfallen. Wir bevorzugten im Anschluss an das Mittagessen ein kühles Getränk im Schatten gegenüber einem ausgedehnten Spaziergang durch die hügelige Stadt.
Am Abend traf sich die komplette Bilkent-Gruppe in einem netten Club mit Dachterrasse, um in den tiefen der Nacht zu versinken. Besonders Phillip aus Heidelberg sowie Brian und Omar aus Kalifornien erheiterten die Gruppe. Sie verzichteten aufgrund der Reise und des heißen Wetters auf ihr Ramadan-Fasten und entpuppten sich plötzlich als wahre Energiebündel.
Der nächste Tag begann für mich mit dem Einblick einiger etwas mitgenommener Gesichter beim gemeinsamen Frühstück. Jedoch hatte ich nicht das Gefühl, aus der Reihe zu fallen. Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir noch am Vormittag eine kleine Bucht, von der aus wir mit zwei Booten zu einer wunderschönen Bootstour aufbrachen – dem Höhepunkt des Wochenendes. An verschiedenen Stellen legten wir Badepausen ein. An der einen war das Wasser glasklar, in einer anderen blau und warm und in einer dritten an der Oberfläche aufgrund einer nahe gelegenen Süßwasserquelle weder warm noch salzig. Während dieser Badeaufenthalte überboten sich die Jungs mit verrückten Sprüngen vom Boot – und auch die Schwimmversuche einiger Nichtschwimmer auf türkischer und iranischer Seite boten Anlass zu Heiterkeit, die ohnehin den ganzen Tag durchsetzt hatte. Auf den Booten wurde zudem von den Garcons Essen gegrillt und kühles Bier serviert. Für die nordischen Typen unter den Austauschstudenten wie Felix gab es gar schattige Plätze auf dem obersten Deck mit wunderbarer Aussicht – was ihn nicht davor rettete völlig rot anzulaufen – trotz regelmäßigen Auftragens von Markensonnencreme. Nach einem Aufenthalt in einem kleinen Fischerdorf, in dem wir mit dem angeblich besten Eis der Türkei verkostet wurden fuhren wir von diesem schönen Tag beseelt dem Sonnenuntergang entgegen und erreichten nach Einbruch der Dunkelheit Kas. Erschöpft vom ausgiebigen Sonnenbaden und Schwimmen fiel der Abend ein wenig ruhiger als der vorige aus, was jedoch nicht auf Seite unserer beiden italienischen Austauschstudenten Giulio und Enrico zu vernehmen war, die sich alle Mühe gaben, die müden Deutschen und Dänen anzuheizen.
Der Montag stand im Zeichen der Rückfahrt nach Ankara. Diesmal bei Tag. Mit dem guten Gewissen, unsere Vorlesungen am Montag für zwei wunderschöne Tage am Meer verpasst zu haben kamen wir gegen Mitternacht wohlbehalten auf dem Campus der Bilkent-Universität an.
Ich hoffe, Ihr konntet beim Lesen dieses Berichts wenigstens ein Wenig nachvollziehen, wie gut mir dieses Wochenende gefallen hat. Nun ist genug Energie getankt um weiter zu studieren.


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Samstag, 20. September 2008



Wenn ihr die Diashow in groß ansehen wollt, so müsst ihr nur auf den Button mit den vier Pfeilen rechts unten im Fenser klicken!

Zweite Woche: 8.9. bis 14.9.

Mittlerweile wage ich eine erste Einschätzung der türkischen Kultur hier in Ankara. Ich bin sehr erstaut über die Liberalität der Türken. In Ankara selbst sehe ich kaum Frauen Kopftuch tragen. Es gibt auch einige dich sich nicht an das strenge Fasten des Ramadan (jetzt gerade im September) halten. Während des Ramadan soll der gläubige Muslim bei Tag nichts Essen und Trinken. Das bedeutet, dass viele Muslime um 5 Uhr aufstehen, essen und trinken so viel sie können und dann bis die Sonne unter gegangen ist wieder fasten. Nach meinen ersten Informationen tun sie dies, um zu erfahren, wie es ist, selbst arm zu sein. Ich halte es für bedenklich in so einem heißem Monat (Temperaturen bis 30°C) hier in Ankara während des Tages auf Wasser zu verzichten. Allerdings gibt es auch Ausnahmen für Kinder, Reisende, Kranke oder körperlich schwer arbeitende Menschen. Eindrucksvoll ist gerade die Disziplin mit der Muslime den Ramadan befolgen und bspw kurz vor Sonnenuntergang schon im Restaurant warten, aber keinesfalls mit dem Essen beginnen. Überrascht hat es mich, als mir einige International Students sagten, dass sie selbst, obwohl nicht Muslim, das Fasten im Ramadan ausprobieren möchten. Ein paar wenige mit Erfolg, viele die es abgebrochen haben. In diesem Jahr erstreckt sich der Ramadan über den Monat September. Dies verschiebt sich allerdings jedes Jahr um 10 Tage nach vorne, da der muslimische Kalender etwas kürzer ist.

Wenn man die Türkei besucht und sich wundert, wieso an jeder zweiten Häuserwand eine Türkeifahne hängt oder das Abbild Atatürks Häuserwände ziert, so lohnt es sich dem nachzugehen. Mustafa Kemal dem nach seinem Tode der Beiname Atatürk „Vater der Türken“ verliehen wurde, war der Begründer der modernen Türkei und erster Präsident der Republik Türkei. Der Offizier Atatürk führte sein Land in die Unabhängigkeit und sorgte für die Trennung von Religion und Staat. Er näherte sein Land dem Westen an, unternahm tiefgreifende Strukturreformen und bescherte somit der Türkei einen größeren Fortschritt als seinem muslimischen Nachbarländern. Daneben machte er aus militärisch und organisatorischen Gründen Ankara zur Hauptstadt der Türkei, obwohl Istanbul seit eh und je die ältere und größere Stadt ist. Er legte den ersten Baustein, damit die Türkei zur Brücke zwischen Christen und Muslimen wird. Atatürk wird deshalb so verehrt, weil er die Türkei in die Unabhängigkeit führte, ja erst die Republik Türkei gründete und seinem Land nachhaltigen Wohlstand bescherte. Heute zierte sein Bild jede Geldmünze und jeden Geldschein der türkischen Währung. In unzähligen Städten befinden sich Atatürk Statuen und in fast allen öffentlichen Gebäuden ist seine Büste zu finden. Noch heute steht es unter Strafe herabsetzend über Atatürk zu reden.

Daher besuchten wir am Dienstag das Atatürk Mausoleum. Dort liegt der Leichnam Atatürks begraben. Diese ganze Anlage ist schon sehr eindrucksvoll. Es stehen Ehrensoldaten an jedem Eingang und, ähnlich wie in London, rühren sich den ganzen Tag nicht. Zwischen den riesigen Steinen im Boden wurde extra mehr Platz gelassen, damit man seinen Kopf senken muss um aufzupassen wo man hin tritt. Damit wird erreicht, dass nach unten sieht und somit symbolisch Atatürk gedenkt.

Die zweite Woche war stark von organisatorischen Erledigungen geprägt. Wir sprachen mit dem Direktor der Wohnheime über Regeln und Pflichten. Der Leiter des Computernetzwerk erklärte uns, was für dürfen und lieber sein lassen sollten. Unsere Coordinators erzählten uns alles wichtige für das Leben auf dem Campus und halfen uns beim Formularausfüllen für zig Anträge und Genehmigungen wie z.B. für die Aufenthaltserlaubnis in der Türkei.

Mittwoch besuchten wir das Museum für Anatolische Zivilisation, in dem wir mehr über die lange Geschichte dieses alten Landes erfuhren. Danach ging es in die Altstadt von Ankara und dort besuchten wir die Schlossruinen von dem man eine wunderbare Aussicht auf die ganze Stadt hatte. Abends gab es einen Workshop „Turkey’s foreign and security policies“ mit dem Professor aus dem Fachbereich International Relations.

Unter der Woche trafen wir uns mit unsrem Koordinator des Department Economics und besprachen mit ihm alle wichtigen und formalen Angelegenheiten. Der Universitätsbetrieb beschränkt sich glücklicherweise noch auf Einführungsveranstaltungen, die Beschaffung von Lehrbücher, Economic Papers und Lehrmaterial, sowie den Ablauf und Prüfungsmodalitäten der einzelnen Kurse kennen zu lernen und natürlich Türkisch lernen.

Der Freitag Vormittag ging ausschließlich für die Aufenthaltsgenehmigung drauf, die wir im Polizeipräsidium in Ankara beantragen mussten. Das heißt lange warten und anstehen!

Als Lohn für diese anstrengende Woche startet Freitag Abends unsere Exkursion nach Kas ans Mittelmeer.

Dienstag, 16. September 2008

Erste Woche; 30.8. bis 7.9.

Am Samstag den 30. August ging es nun endlich los. Mein Flug- und Zugticket war schon lange im Voraus gekauft, so dass ich mich nur noch um mein Gepäck zu kümmern hatte. Von Würzburg nahm ich den ICE nach München und von dort sollte es zum FJS Flughafen weiter gehen. Dort angekommen hat mich mein lb. Kommilitonen Felix aus Darmstadt gleich begrüßt, für den München schon der erste Zwischenstopp bedeutete. Gespannt auf unseren Auslandsaufenthalt rätselten wir was uns in dem nächsten halben Jahr alles erwarten wird.
Um Punkt 19.25 Uhr deutscher Zeit checkten wir in den Flug ein. Meine Aufgeregtheit konnte ich kaum noch zügeln, so dass ich meinen Nachbarn im Flugzeug mit meiner Lebensabschnittsgeschichte belästigte. Zu meiner Überraschung stellte sich heraus, dass er selbst Vollzeitstudent an der Bilkent Univeristy ist und seinen Ph.D. Abschluss als Ingenieur anstrebt. Er kam gerade von einer Konferenz aus Lausanne, Schweiz und bot uns an, uns mit an die Universität zu nehmen. Damit hatten wir nun unser Problem gelöst, wie wir vom Flughafen, ohne Türkisch zu sprechen, an die Universität kommen wollten. Es stellte sich dann heraus, dass es sinnvoll ist eine türkisch sprechenden Freund dabei zu haben, da in Ankara selbst Taxifahrer, Busfahrer oder Verkäufer kaum Englisch sprechen.

Wir kamen nun an unserer Universität, für die nächsten sechs Monate, um 01:00 Uhr türkischer Zeit an, welche eine Stunde früher als die Deutsche ist. Für die ersten zwei Wochen sollten Felix und ich in einem Doppelzimmer untergebracht werden. In unserem Dormitory 75 befanden sich alle International Exchange Students auf dem gleichem Flur, so dass man sich sehr leicht kennen lernen konnte. Wir sind ungefähr 70 Exchange Students aus aller Herren Länder. Ich habe die Ehre mit Amerikaner, Deutschen, Belgiern, Franzosen, Italienern, Griechen, Polen, Schweden, Dänen, Österreichern, Schweizern, Japanern, Chinesen, Iranern, Irakern, Armenen, Afghanen und noch viele Nationen mehr hier zu studieren.

Nachdem wir Sonntag nun lange ausgeschlafen hatten und uns von der Reise erholten, holten uns die BISC (Bilkent International Students Club) Studenten, jene die sich um uns 24/7 kümmern, ab. Es ging in ein typisches türkisches Restaurant auf dem Campus, bei dem man sich nun besser kennen lernen konnte. Danach organisierten wir ein Fußballspiel, welches unsere Kräfte rauben sollte, da ich nicht mit dieser Hitze hier in Ankara gerechnet habe. Es sollte die ersten drei Wochen weiter so warm bleiben und Höchstwerte von 30°C erreichen.
Sonntag Abends besorgten wir uns die ersten Lebensmittel und sonstigen Vorräte im Bilkent Center, welches Real, Praktiker, Elektrogeschäfte uvm. zu bieten hat. Für den späteren Abend trafen wir uns auf der Wiese vor dem Dormitiory der Mädels auf dem wir dann ein Picknick veranstalteten. Dort konnte man sich prima bei einem oder zwei Gläschen Wein unterhalten und Kontakte mit anderen Exchange Students knüpfen.

Das Preisverhältnis in der Türkei liegt mit dem Deutschen wohl gleich auf. Allerdings schwankt es sehr zwischen Stadtteilen, Städten, Touristengebieten und Geschäften. Im teueren Real vor unseren Campustoren bezahlt man für 1Liter Milch bspw. umgerechnet 1,20€. Alkoholische Getränke sind teuer, Kleider und Dienstleistungen (Männerhaarschnitt 5,70€) dafür günstiger.

Montag startete die Universität. Die erste Woche bekamen wir einen Türkisch Crash Kurs. Daneben wurden wir Montag morgens mit türkischem Frühstück begrüßt. Die ersten Formalitäten wurden erledigt und wir bekamen unsere Koordinatoren vorgestellt. Nachmittags nach 5 Stunden Türkisch fand eine Rundgang durch das Campusgelände statt. Es stellte sich dabei heraus, dass der Campus riesig ist, die Universität sehr neu und es tolle Sportanlagen gibt.

Die türkische Sprache ist für den Leihen schwer zu erlernen, da sie doch mit keiner romanischen oder germanischen Sprache verwandt ist. Somit erkennt man selbst einfache Vokabeln nicht, sondern muss sich erst mal auswendig lernen. Des weiteren gibt es natürlich "false friends" sogenannte "falsche Freunde" die in einer anderen Sprache ähnlich klingen, jedoch was völlig anderes meinen. So ist das türkische Wort "şarap" für Wein in der Aussprache dem Englischen "shut up" für "Halts Maul" einer dieser false friends. Des weitern gibt es noch Gestikulationen zu beachten, die für Missverständnisse sorgen können. Der Türke nickt schnell mit dem Kopf, wenn er nein sagen möchte. Darüber hinaus bildet er mit Zeigefinger und Daumen einen Kreis um seinen Gegenüber zu beleidigen, wohingegen wir Deutsche es als OK verstehen würden. Ich hoffe diese Fehler werden mir nicht unterlaufen.

Am Wochenende machen wir eine Exkursion in die alte Stadt Beypazari.


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