Samstag, 18. Oktober 2008

1. Oktoberfest Ankara 2008

1. Oktoberfest Ankara 2008

Am Freitag den 10.Oktober war ich auf dem 1. Oktoberfest das Ankara jemals gesehen hat (vielleicht auch das letzte). Die Deutsche Botschaft veranstaltete im Rahmen der Deutsch-Türkischen Kulturwoche ein eigenes Oktoberfest auf ihrem Gelände aus. Schon jetzt kann ich sagen, dass dieser Abend eines von vielen Highlights meines Erasmussemester hier in der Türkei war.

Punkt 18 Uhr standen wir vor der Deutschen Botschaft und wurden freundlich vom deutschen Empfangspersonal herein gelassen. Nachdem wir die ersten Fotos geschossen hatten, erblickten wir das Festzelt mitten im großen Botschaftsgarten. Wir waren beeindruckt. Da hat jemand sehr viel Herzblut in die Veranstaltung investiert. Nach dem wir die Gästeliste ins Auge genommen hatten, wussten wir, dass wir unter den 600 geladen Gästen die einzigen internationalen Studenten (ca. 20) waren.
Die 10 Bierzelt Gebote übersetzte ich mal auf Deutsch:
1. Verschütte oder verschwende kein Bier
2. Achte deine Nachbarn – sie haben auch gezahlt
3. Keine Auseinandersetzungen im Zelt – das Personal ist stärker
4. Tanzt auf den Bänken – nicht auf den Tischen
5. Berühre/kuschele mit deiner Frau – mit DEINER Frau
6. Sing mit
7. Sei nett zu der Bedienung – du möchtest weiter bedient werden
8. Wenn du mal musst, dann nutzt das Klo
9. Bei Zweifel, frag das Personal
10. Seh deine Konsequenzen ins Auge

Vom echten Münchner Wiesnwirt, Münchner Kindl, Wiesnbier, Bratwurst, Sauerkraut, halben Hähnchen, Gerupfter, Blasmusik, bayerischen Bedienungen bis zum Anstich, wurde nichts ausgelassen. Um 18.30 Uhr stach unser Wiesnwirt das erste Fass an und überreichte dem Deutschen Botschafter das erste Bier. Somit war das Startzeichen gefallen und das ausschenken konnte losgehen. In Windes eile trugen die vier Münchner Kellnerinnen und 50 türkischen Kellner/innen die ersten Maß Bier an jeden Festteilnehmer, um zusammen anzustoßen zu können. Obwohl das Ausschenken noch nicht so geklappt hat und ziemlich viel Schaum im Bierglas war, konnte uns egal sein, wir konnten so viel trinken wie wir wollten/konnten und einige unserer Dänen nahmen dies wörtlich und griffen gleich zu zwei Bieren. Anschließend verlas der Deutsche Botschafter noch die Grußworte des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude.

Lange vorher schon habe ich mich auf das Essen auf dem Oktoberfest gefreut – gibt es vielleicht Schwein?! Natürlich nicht, reichlich halbe Hähnchen, Bratwürste (kein Schweinefleisch) und Sauerkraut wurden serviert.
Später gab es auch noch eine Verlosung. Firmen wie die Lufthansa, EADS, KMW, Swissotel, Paulaner...... haben das Oktoberfest gesponsert. Es gab wirklich tolle Preise zu gewinnen. Vom Lahm (Bayern München) Trikot mit Unterschrift oder Fußball mit allen Unterschriften der Bayernspieler bis zur Flugreise nach München wurde so einiges verlost. Um meine Chancen zu erhöhen trieb ich fünf weitere Eintrittskarten auf, die alle mit Platznummern versehen waren. Leider wurde ich nicht gezogen, aber zwei meiner Kommilitonen hatten Glück und gewannen einen echten Oktoberfest Steinkrug.
Anschließend forderte uns die Luftwaffen Musikkapelle auf doch das Tanzbein zu schwingen, dem wir auch folgten. Die Stimmung erlangte wohl ihren Höhepunkt, als wir eine Polonaise durch das Festzelt starteten! Bei so einem Großereignis mussten natürlich zig Kamerateams dabei sein. Die ARD Sendung Brisant zeigte am Samstag einen Bericht über unser Oktoberfest bei dem auch unsere Polonaise zu sehen war. Meine Tanzeinlage wurde wohl leider aus mangelnder Sendezeit wieder herausgeschnitten.

Daneben blieb noch Zeit sich mit vielen interessanten Leuten zu unterhalten. Mit den Botschaftsmitarbeitern habe ich mich über das Leben in der Türkei im Allgemeinen und an der Deutschen Botschaft im speziellen unterhalten. Der britische Botschafter erzählte uns von seinen Erfahrungen. Mit wieder anderen so zum Beispiel vom TüV diskutierten wir über die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU. Darüber hinaus konnten wir vereinbaren in naher Zukunft eine Diskussion mit der Deutschen Botschaft zu vereinbaren in der wir mit deren Vertretern über diplomatische und wirtschaftspolitische Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei sprechen. Die Botschaft war darüber sehr erfreut und wir konnten einen Termin für Freitag den 24.10. ausmachen.
Leider war das Oktoberfest um 1 Uhr schon zu Ende und wir wurden doch höflich gebeten weiter zu ziehen. Das taten wir auch und gingen geschlossen mit einigen Jungmusikern der Bundeswehr noch in unsre Stammdisko das IF.

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