Beyram Woche / Zuckerfest
Teil II: Ephesus
Da es unserem Urlaub nicht an kulturhistorischen Entdeckungsreisen mangeln sollte, führte für uns kein Weg an Ephesus vorbei, einer der Touristenattraktionen überhaupt in der Türkei. Ephesus ist eine antike Stadt, die ihre Blütezeit für mehr als 2000 Jahren hatte. Damals zählte sie für die damalige Zeit unglaubliche 250.000 Einwohner und lag noch am Meer, welches heute etwa 5 km entfernt ist. Doch ging die antike Metropole im Laufe der Zeit nieder. Erst vor 100 Jahren wurden ihre Überreste ausgegraben und liebevoll wieder zusammengesetzt, um heute Millionen Touristen durch das Gelände schicken zu können. Selcuk ist ein kleinerer Ort etwa 5 km außerhalb von Ephesus, der sehr touristisch geprägt ist und seine Existenz wahrscheinlich ausschließlich der Existenz Ephesus’ zu verdanken hat. Er besteht hauptsächlich aus Hotels, Bars, Restaurants und Souvenirläden. Das Preisniveau war verglichen mit Ankara dennoch recht niedrig.
Es war weniger als eine halbe Minute vergangen, seit wir aus dem Minibus in Selcuk ausgestiegen waren, als uns bereits einige Hotelbesitzer belagerten, um uns zum „Special Price“ in ihr Hotel zu locken. Wir nahmen erste Angebot an, das sich gar als ein gutes herausstellte.
Dem Ausmaß der Attraktion Ephesus’ und dem sommerlichen Wetter Rechnung tragend war unser erster Wille, uns am Strand auszuruhen. Gegen Nachmittag erreichten wir diesen. Das Wasser war warm, der Strand menschenleer und sehr schön. Zu allseits großer Freude trafen wir zudem noch mit einer weiteren Gruppe Austauschstudenten unserer Universität zusammen, die eine ähnliche Reiseroute wie wir, nur andersherum, gewählt hatten. Ich fand es wirklich schön, Ende September noch einmal im Meer baden zu können.
Nach diesem anstrengenden Nachmittag am Strand war es bereits zu spät, Ephesus zu besuchen. Also gingen wir lieber in ein Restaurant, dass uns von der anderen Gruppe empfohlen worden war.
Dort gab es Tavuk-Döner (Brot mit Huhnfleisch und Zwiebeln gefüllt) für 1,5 Lira (etwa 80 Eurocent). Wir aßen so viele Tavuk-Döner, bis der Wirt kein Huhn mehr hatte. Drum gingen wir weiter in eine Kneipe. Ich brachte den Vorschlag in die Runde ein, doch einmal das Spiel „Mafia“ zu spielen. Bis wir aus der Kneipe befegt wurden führten wir hitzige Diskussionen über mutmaßliche Mörder, Kommissare und ungeklärte Morde und lachten herzlich.
Früh aufgestanden nahmen wir unseren mit dem Hotelbesitzer ausgehandelten kostenlosen Transfer in einem VW-Bus nach Ephesus wahr. Zu unserer Enttäuschung galt der Studentenrabatt für das Ausgrabungsgelände nur für türkische Studenten. Mit dem Gefühl, leicht diskriminiert geworden zu sein berappten wir 20 Lira für den Eintritt sowie 5 weitere für eine Hör-Tour durch das Gelände. Obwohl die Saison längst gelaufen war, war schon der Eingangsbereich mit vielen touristischen Stereotypen gefüllt. Im Sommer möchte ich nicht gerne hier sein, dachte ich als ich aufgrund der Hitze zu schwitzen begann und aufpassen musste, niemandem auf die Füße zu treten. Das gesamte Gelände ist sehr groß – zum Durchqueren benötigten wir etwa drei Stunden. Teilweise fühlte ich mich durch die schönen, teils sehr gut erhaltenen Ruinen sehr gut in die Antike zurückversetzt. Vor allem das große Amphitheater (24.000 Plätze) imponierte mir und ich überlegte mir, welche Art von Schauspiel hier wohl gegeben wurde und wie es war ein solches in diesem beeindruckenden Halbrund zu erleben. Alles in Allem gefiel mir das Gelände auch wegen seiner netten natürlichen Umgebung sehr gut, so dass ich den Ausflug durchaus als lohnenswert empfand.
Schon am Nachmittag war dieser Teil der Reise mit unserer Abreise nach Pamukkale beendet, natürlich erst, nachdem wir uns ausführlich mit Tavuk-Döner gestärkt hatten.
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1 Kommentar:
Hallo Chris,
die Diashow von Ephesus ist sehr
beeindruckend, vorallem wenn man
das schonmal gesehen hat.
Wir waren ja 2001 dort, als wir
mit dem Schiff Costa Atlantika
unterwegs waren. Da waren wir auch in diesem Amphitheater und sangen sogar dort ein Lied, da die Akustik so toll war. Leider warst du
damals noch nicht für sowas zu be-
geistern und bist lieber auf dem
Schiff geblieben um die durchge-
machten Nächte auszuschlafen!!!
Weisst du noch!!!
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