Freitag, 19. Dezember 2008

Ruf der Muezzine in Aleppo

Gaziantep


- Die Rückreise in die Türkei gestaltete sich schwieriger als gedacht
- Es wollte sich kein Taxifahrer finden lassen der uns um 17 Uhr an die (ca. 60km entfernte) syrische Grenze (für weniger als 30€) fahren wollte. Doch ein Privatmann fuhr uns in dann doch in seinem kleinen Minivan ohne Fenster
- Dann wollten die Grenzbeamten auch noch 550 Syrische Lira (=8€) pro Mann für die Ausreise! Wir kamen uns doch ein wenig seltsam vor als wir in einem kleinen Schuppen das Geld gegen einen Zettel austauschten der uns über die Grenze lassen sollte. Dennoch war alles laut unseren Kommilitonen die zuvor schon in Syrien gewesen waren, rechtens.
- In Gaziantep verbrachten wir nur eine Nacht bevor wir in den Flieger zurück nach Ankara stiegen
- Für den kurzen Aufenthalt hat Gaziantep überrascht. Das Restaurant in dem wir waren, überzeugt mit gutem Essen, gutem Service (!) und guten Preisen. Auch das Hotel war für 10€ sehr günstig und dennoch gut so das wir nicht einmal verhandeln mussten!

Aleppo (Syrien)


- Auf nach Syrien
- Natürlich hatte sich niemand (außer Susi) ein Visum besorgt und daher mussten wir uns auf Aussagen unserer Kommilitonen verlassen, dass wir mit ein bisschen Wartezeit ein Visum an der Grenze erhalten
- Nachdem wir kurzfristig noch eine SMS bekamen, dass wir unbedingt 50 amerikanische Dollar pro Nase brauchen um das Visum zu erhalten, haben wir in einem mysteriösen Baklavaladen im Busbahnhof Gaziantep $300 für Türkische Lira eingetauscht. (Glücklicherweise waren es keine Blüten)
- An der Grenze wurden wir das Gefühl nicht los, dass man eine kleine "Aufwandentschädigung" von uns, für den Aufwand den wir verursachten, erwartet. Nach ca. 1 1/2 Stunden warten, zig Formulare ausfüllen und $32 fürs Visum wurden wir ins Land gelassen
- Herzlich Willkommen hießen uns die Taxifahrer an der Grenze, die wir erst ein mal herunterhandeln mussten. Lustigerweise waren die so knapp bei Kasse, dass wir ihnen den Sprit an der Tanke von unserem Taxigeld zahlen mussten
- Unser Hotelbesitzer in Aleppo war sehr nett, allerding war das Zimmer Nachts sehr kalt
- Nachdem wir uns mit Falafeln vollgestopft hatten, habe ich ein Schachkaffee gefunden in dem wir sogar mit Frauen (!) durften. Dort habe ich sehr nette Araber kennen gelernt, die auch nicht schlecht Schach spielen können.
- Am nächsten Tag ging es auf den Bazar auf dem ich mir Nüsse, ein arabisches Kopftuch und viele Kleiningkeiten gekauft habe
- Aus meinem maßgeschneiderten Anzug ist leider nichts geworden. Es hätte 20 Tage gedauert diesen zu nähen. Dabei wäre er mit umgerechnet 60€ ein Schnäppchen gewesen. Auf der Suche nach gefertigten Anzügen konnte ich nichts in meiner Größe finden (die Araber sind einfach zu klein).
- eine "wirkliche" Disco lies sich leider in Aleppo nicht finden

Sanliurfa


- Sanliurfa ist eine sehr schöne Stadt
- Abraham ist dort geboren und Hiob hat in dieser Stadt seine Leiden aushalten müssen
- Wir hätten in dieser Stadt ruhig noch mehr Zeit verbringen können, soviel gab es dort zu sehen
- Das arabische Dörfchen Harran mit seinen alten Häusern war sehr nett zu besichtigen. Der einheimische Touristguide führte uns an dem Eintrittskartenhäuschen vorbei zu allen Sehenswürdigkeiten und erklärt uns wie damals Ayran (türkische Buttermilch) gemacht wurde
- Auffällig war, dass die in der Türkei lebenden Araber lila Kopftücher getragen haben. Ja selbst für Männer war es hier selbstverständlich Kopfbedeckung zu tragen
- Am Abend haben wir noch lecker Auberginen Kebab oder Pide (türkische Pizza) gegessen

Mardin


- Abreise von Van mit dem Bus nach Mardin. 7 Std dauerte die Reise über Passstraßen in den Bergen mit sehr viel Schnee.
- Unglaublich war die unterschiedliche Landschaft. Erst noch verschneite Berge, etwas später saftige grüne Wiesen in den Region Rund um den Fluss Tigris.
- Mardin ist ein richtiges türkisches Touristenstädtchen
- Dort genehmigten wir uns das bislang teurste Hotel mit umgerechnet 25€ pro Nase und Nacht. Dafür hatte ich ein super Doppelzimmer für mich ganz alleine
- In Mardin wurde Rebecca von einem türkischen Reporter interviewt und das noch zu ihrem Leitwesen in türkisch
- Anzumerken war das tolle Restaurant in Mardin, in welchem man vorzüglich speißen konnte. Das Restaurant wird von einer Frau betrieben (war mal eine kleine Sensation) und man kann den örtlichen Frauen beim Essen zubereiten zusehen. Wirklich lecker

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Van


- Van gelegen am Vansee (sieben mal so große wie der Bodensee) ist eine Stadt mit ca. 400.000 Einwohnern
- Teilweise sind die Mensch, die in den Dörfern leben so arm, dass sie Kuhfladen trocken und anschließend zum heizen verwenden. Jedenfalls hat man große Mistberge gesehen
- Unglücklicherweise waren fast alle Geschäfte und Restaurants am Montag (Hochtag des Opferfest) geschlossen und wir mussten verzweifelt nach einer Essensmöglichkeit suchen
- Besichtigung der Kirche zum Heiligen Kreuz auf der Insel Akdamar. Dort sind einige Geschichten aus der Bibel dargestellt. Welche erkennt ihr? Ein findiger Türke hat uns dort übers Ohr gehauen und für uns als Gruppe umgerechnet 10 Euro Eintritt verlangt, obwohl wir die nicht hätten zahlen müssen.
- Danach sind wir auf die ehemalige Zitadelle gestiegen um Fotos zu schießen bevor die Sonne unterging
- Ein Highlight war wohl der Hamam (Türkische Bad) Besuch an Susannas Geburtstag. Wir konnten den Hamambesitzer dazu "überreden" nach Geschäftsschluss uns noch schwitzen zu lassen und so hatten wir das ganze Hamam für uns alleine
- Am Abend trafen wir wieder auf eine Bilkent Reisegruppe mit der wir in einem Tanzcafé zur kurdisch/türkischer Musik tanzten