Sonntag, 25. Januar 2009

Abschlussbericht

Ankunft

Die Türkei ist relativ einfach und günstig mit dem Flugzeug zu erreichen. Wie immer gilt, umso früher gebucht wird, desto geringer ist der Preis. Für meinen Hin- und Rückflug Mün­chen(FJS) – Ankara(ESB) habe ich 165 gezahlt. Alternativ kann man auch Turkish Airlines benutzen, die diverse Flughäfen in Deutschland anfliegen. Da mehr Flüge in Istanbul statt in Ankara landen, kann man auch bequem mit dem Reisebus von dort nach Ankara weiter fah­ren (Dauer 6 Std, Kosten 15€).

Nach 3 Std. (mit 1 Std. Zeitdifferenz) in Ankara am Flughafen angekommen, sollte man den Havaş Bus zum Aşti (Busterminal) nehmen (Kosten 5€, Dauer 1 Std). Von dort aus in ein Taxi steigen und sich bis vor das Wohnheim auf dem Campus fahren lassen (mit Taximeter 12€, Dauer 15 Min).

Wer sich das nicht alleine zutraut, kann sich Flughafen von einem Bilkent Studenten abholen lassen, der allerdings nur am offiziellen Anreisewochenende zu zwei bestimmen Uhrzeiten am Flughafen wartet. Oder ihr verabredet euch mit anderen internationalen Studenten, von denen ihr gewöhnlich im Voraus die E-Mail Adresse vom International Office in Bilkent er­haltet.

Unterkunft

Die ersten zwei Einführungswochen werden alle internationalen Studenten nach Ge­schlechtern getrennten auf dem Campus in Wohnheimen untergebracht. Die Universität startet dann in der dritten Septemberwoche. Die Wohnheimpreise sind eher teuer und rei­chen von 500€ bis 3200€ pro Semester. Für ein Einzelzimmer (am schönsten in Wohnheim 64) muss man mit 1800€ im Semester rechnen. Dafür gibt es täglichen Putzdienst, Internet auf dem Zimmer und man muss sich um kaum etwas kümmern. Generell gilt es abzuwägen, ob man kurze Wege und leben in einem Wohnheim oder doch eher eine eigene Wohnung in der Stadt vorzieht. Als Anhaltspunkt lässt sich festhalten, dass sich von den ca. 70 internati­onalen Studenten (die aus aller Welt, meist Kalifornien, kamen) etwa 30% für eine WG in der Stadt (nähe Tunuş) entschieden haben. Die Lebenshaltungskosten entsprechen hier in der Hauptstadt der Türkei, je nach Stadtviertel, etwa denen in Mannheim. Mit Hilfe des Bilkent International Student Clubs (BISC) konnten sie in den ersten zwei Wochen möblierte Woh­nungen in der Stadt finden. Bei den BISC Studenten handelt sich es um ca. 15 türkischen Studenten, die sich auch nach der Einführungswoche rund um die Uhr um die internationalen Studenten kümmern. Wenn diese nicht gerade einen Ausflug nach Kaş oder Istanbul organi­sieren, planen sie gemeinsame Abende der int. Studenten.

Den Kontakt zu türkischen Kommilitonen sollte man aktiv selbst suchen. Einige Türken sind verlegen, jemanden auf Englisch anzusprechen. Dennoch unterschätzen sie ihre englischen Sprachkenntnisse und erwärmen sich für jemanden schnell, wenn erst mal das Eis gebro­chen ist.

Campus

Auf dem Campus, der ziemlich groß ist, kann man viel finden. Da die Privatuniversität erst 1984 gegründet wurde ist alles noch ziemlich neu hier. Das Computercenter ist 24 Stunden am Tag das ganze Jahr geöffnet. Die Bibliothek relativ gut ausgestattet und der Kopierser­vice dort ist sehr gut. Es gibt mehrere Cafés, Restaurants und Mensen. Die Preisspanne reicht beim Mittagessen von 2€ in der Marmara Mensa bis 5€ im Sözeri Restaurant. Auch kleine Kioske oder Lebensmittelläden mit sehr langen Öffnungszeiten gibt es direkt neben den Wohnheimen. Im Zentrum des Campus steht ein Büchergeschäft mit entsprechendem Schreibmittelzubehör. Zu erwähnen sind die sehr guten Sporteinrichtungen auf dem Cam­pus. Neben dem neuen Sportcenter mit großer Halle, Squashanlage, Tischtennisplatten, Turnraum, Fitnesscenter usw. gibt es auch einige outdoor Fußball-, Football- und Tennisfel­der in Reichweite. Viele Sportkurse werden angeboten und Studenteninitiativen sind einige über den Campus verteilt. Direkt vor dem Haupttor zum Campus gibt es eine große Shop­ping Mall mit allem was dazu gehört (Real, Burger King, Elektroladen, Kino usw.). Dort kann man sich mit dem kostenlosen Bilkent Bus hin fahren lassen und seine größeren Einkäufe erledigen. Da aber Bilkent zu den gehobenen Stadtvierteln gehört, gibt es zu den Preisen in Deutsch­land kaum Unterschiede.

Universität

Die Universitätseinrichtungen sind allesamt neuwertig. An der Bilkent University studieren etwa 12000 Studenten. Da die Semestergebühren (nicht für internationale Studenten) teuer sind, studieren hier Begabte (mit Stipendium) und die türkische Oberschicht. Für alle Stu­denten ist die Unterrichtssprache Englisch. Sehr angenehm sind die kleinen Klassen mit 12 bis 40 Studenten. Die Professoren sind allesamt sehr aufgeschlossen, haben meist in Ame­rika studiert, sprechen daher verständliches Englisch und sind für Fragen jederzeit offen. Die Unterrichtseinheit beträgt pro Ökonomie Kurs 3x50 Minuten. Tutorien oder Übungen gibt es keine. In Gegensatz zu Mannheim schreibt man in jedem Kurs ein bis zwei Midterm Klausu­ren und ein Final Mitte Januar. Für VWL Studenten gibt es eine recht große Auswahl an Kur­sen, die man hier belegen kann. Die meisten sind von der Fakultät für Volkswirtschaftlehre in Mannheim auch anerkannt. Am besten man sucht auf Seiten der Professoren nach dem Syllabus des jeweiligen Kurses um sich zu informieren.

In den ersten zwei Orientierungswochen an der Bilkent University wird all das Organisatori­sche erledigt. Man lernt seinen Fachbereichskoordinator kennen, wählt seine Kurse aus und kann diese mit Professoren auch besprechen. Innerhalb der ersten zwei Wochen nach Uni­versitätsbeginn kann man nach Rücksprache mit seinem Koordinator vor Ort auch noch Kurse wechseln. Des weiteren gibt es in der Orientierungswoche einen Türkisch Crash Kurs und diverse Einführungsveranstaltungen für das Leben auf dem Campus. Generell kümmern sich die BISC Studenten sehr um die Zufriedenheit eines jeden und das International Office ist auch sehr hilfsbereit und freundlich.

Sehr empfehlen kann ich den Kurs „Analytical Writing for Economists“ von Esen Çaglar. Der Kurs bringt einem alle Handwerkzeuge für das analytische Schreiben eines Economic Pa­pers bei, was für eine akademische Zukunft unabdingbar bleiben wird. Daneben konnten wir uns in unserer kleinen Klasse von 12 Studenten auch beim bearbeiten von Case Studies im logischen Denken trainieren. Der Dozent ist ein hervorragender und renommierter Ökonom. Sehr genossen habe ich in diesem Kurs die zahlreichen türkischen Gastsprecher, die vor Kurzem von ihrem Ph.D. in Amerika ablegten und uns daher einen nahen und guten Einblick in die ökonomische Wissenschaft geben konnten.

Als zweiten Pflichtkurs kann ich „Game Theory“ von Tarık Kara empfehlen, der mir gut ge­fallen hat. Dieser wird von vielen Physikern und Mathematikern belegt, daher die mathemati­sche Ausrichtung. Hier wird das Modellieren und Lösen von Spielen sehr viel mathemati­scher angegangen, als in den kurzen Einführungen auf diesem Gebiet in Mannheim. Der Dozent forderte sehr das Auseinandersetzen mit mathematischen Ausdrücken und Bewei­sen. Tarık Kara war auch außerhalb seiner Sprechstunden gerne bereit Denkansätze zu geben und man konnte mit ihm Klausureinsicht nehmen.

Für Studenten die als Beifach Betriebswirtschaftslehre wählen wollen, ist das Auslandse­mester in Ankara kein Hindernis. Der Kurs „Production Management“ von Nagihan Çömez wurde mir von der BWL Fakultät als Ersatz für „Produktion“ in Mannheim anerkannt, da der Kurs nur im Herbstsemester angeboten wurde. Dennoch sollte man sich um eine Anerken­nung schon vor dem Semester hier in Bilkent kümmern. Ich war mit der Veranstaltung durchweg zufrieden. Da die Note in diesem Fach nicht nur von Klausuren abhing, war der Kurs sehr abwechslungsreich und bot vielfach die Möglichkeit das Studierte direkt anzuwen­den. Neben einem Gruppenprojekt zur Unternehmensberatung von selbst ausgewählten Firmen und Präsentationen, wurden Quizzes und Hausaufgaben vergeben.

Unter dem Semester werden Türkisch Sprachkurse auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen angeboten. Der Besuch ist für Mannheimer Studenten völlig frei gestellt. Allerdings kann ich diese nur eingeschränkt empfehlen. Für viele amerikanische Studenten ist dieser Kurs Pflicht und das Leistungs- und Motivationsniveau kann sehr unterschiedlich sein. Findet man aller­dings einen Türkisch Kurs mit wenig Teilnehmern, kann man die türkische Sprache sehr schnell und einfach lernen.

Land und Leute

Trotz der Ferne zur Heimat und der sehr unterschiedlichen Kultur, empfand ich den Kultur­schock als nicht sehr groß. Das mag daran liegen, dass Ankara im allgemeinen und die Bil­kent University im speziellen sehr liberal und westlich orientiert ist. Selbst in der Türkei le­benden Türken und Deutsch-Türken sind sich oft fremd, da diese oft ihre Heimat bereits in den 60er Jahren verlassen haben und meist aus ländlichen Regionen des Osten stammen. Die Türkei ist ein sehr junges Volk und eine junge Nation. Ein Drittel der 70 Millionen Bevöl­kerung ist unter 20 Jahren. Die europäische Ausrichtung vieler Türken kann man vor allem in Ballungsgebieten spüren. Deutschland ist der größte Handelspartner der Türkei und bei vie­len Türken sehr gut angesehen. In meiner Zeit an der Bilkent University hat die Deutsche Botschaft zusammen mit dem Goethe Institut Deutsche Kulturwochen veranstaltet. Diese Veranstaltungen wurden nicht nur von uns, auch sehr gerne von ausländischen Kommilito­nen besucht. Unglaublich viele Bilkent Studenten lernen als zweite Fremdsprache Deutsch.

Ich habe die Türken als sehr gastfreundliche Menschen kennen lernen dürfen, die an Ge­sprächen mit internationalen Studenten sehr interessiert waren. Die Türkei versucht sich vielerorts europäisch zu geben und sind dies auch schon. Selbst im Fastenmonat Ramadan konnte man Muslime sehen, die sich nicht ans strenge Fasten halten. Vielleicht gibt es teil­weise noch religiöse Sittengebote, die aber zunehmend freier interpretiert werden.

Sollten die Bayramwochen in das Semester fallen, so kann man sich über die eine oder an­dere freie Woche freuen. Im Jahr 2008 viel das Zuckerfest auf Ende September und das Operfest war Anfang Dezember. Dies waren ideale Gelegenheiten die Türkei, welches ein großes Land mit vielen Unterschieden und Gegensätzlichkeiten ist, zu bereisen. Allerdings verschieben sich diese religiösen Festwochen jedes Jahr gemäß dem muslimischen Kalen­der um 11 Tage nach vorne.

Zwar ist die Unterrichtssprache an der Bilkent Universität Englisch, dennoch kann ich es je­dem nur nahe legen schon ein wenig mit dem Türkisch lernen zu beginnen. Viele Service­kräfte auf dem Campus, geschweige den in der Stadt, sprechen Englisch. Außerdem kann man viele Pluspunkte sammeln, wenn man ein wenig Türkisch beherrscht. Viele Türken sind sehr Stolz auf ihre Nation. Man muss sich nicht wundern, wenn wöchentlich die riesigen Tür­keifahnen gehisst werden oder man an nahezu jedem öffentlichen Ort auf das Konterfei des Staatsgründers Atatürks trifft.

Das Wetter in Ankara ist sehr angenehm. Es gibt kaum Regen und der Herbst fällt sehr kurz aus. Im September ist es noch immer sehr heiß und Ende Dezember fällt für gewöhnlich richtig Schnee. So sollte man in sein Reisegepäck Kleidung für beide Jahreszeiten packen. Passend hatten wir dieses Jahr weiße Weihnachten. Obwohl es hier in der Türkei mit 99% Muslimen kein Weihnachten und damit keine Weihnachtsferien, geschweige den Weih­nachtsfeiertage gibt, feierten wir internationale Studenten unser eigenes hohe Fest. Selbst auf Halloween und Thanksgiving wollten die vielen amerikanischen Austaustudenten hier nicht verzichten.

Ankara und weite Umgebung

Ankara ist zwar die Hauptstadt der Türkei, liegt aber in der Bevölkerungszahl mit 4 Mio. Ein­wohnern und dem Ansehen hinter Istanbul zurück. Gehässig bezeichnete mein Reiseführer die Stadt als den Ort, an dem lediglich Politiker, Diplomaten und Studenten ziehen würden. Jedoch tat dieser Ankara unrecht. Zwar ist die Stadt aus touristischen Gesichtspunkten we­nig attraktiv, dennoch hat sie einiges zu bieten. Über ausreichend viele Musen, Einkaufs- oder Ausgehmöglichkeiten konnte ich mich nicht beschweren. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt kann man gemeinsam mit den BISC Studenten in der Orientierungswoche besuchen. Busse fahren täglich, nur für Bilkent Studenten und Mitarbeiter, zu jeder Stunde in die Stadt und zurück.

Da es sehr günstig und komfortabel ist in der Türkei mit dem Bus zu reisen, sollte man auf jeden Fall Istanbul und wie ich finde Kappadokien besichtigen. Für Abenteuerlustige bietet sich die Türkei ideal als Tor in den Mittleren Osten an. Je nach politischer Situation kann eine Reise nach Syrien, Libanon oder in den Iran sehr interessant sein. Die Kultur in diesen Länder und im Osten der Türkei unterscheidet sich noch einmal sehr stark von der in den Ballungszentren Istanbul, Ankara und Izmir. Bei Reisen in den Osten sollte man jedoch et­was vorsichtiger sein und zumindest die türkische Sprache besser beherrschen. Die Militär­präsenz ist dort sehr hoch und Touristen sind eher selten. Zwar wird vom Auswärtigen Amt abgeraten in diese Region zu reisen, dennoch empfand ich mich nie einer direkten Gefahr ausgesetzt. Über Ankara lässt sich sagen, dass sie wohl so sicher wie jede deutsche Groß­stadt ist. Auf dem Bilkent Campus ist man sehr sicher, denn dort kommt man nur mit Aus­weis rein und jedes Wohnheim wird rund um die Uhr betreut.

Visum

Deutsche Staatsbürger benötigen für einen längeren Aufenthalt als 3 Monate am Stück ein Visum für die Türkei. Diese können recht problemlos bei der türkischen Botschaft oder türki­schen Generalkonsulaten beantragt werden. Mit den Unterlagen von der Bilkent Uni kann man sich ums Visum kümmern. Es ist je nach türkischem Generalkonsulat unterschiedlich, allerdings war ich in Frankfurt sehr zufrieden. Hatte mich am Tag zuvor telefonisch nochmals nach den Erfordernissen erkundigt und mich dann für den nächsten Vormittag (nur möglich von 9-12 Uhr) angekündigt. Telefonische Sprechzeiten der Visumabteilung sind allerdings nur von 14-16 Uhr. Die Mitarbeiter waren dort sehr freundlich, obwohl am Abend zuvor Deutschland die Türken aus dem EM Halbfinale geworfen hatte. Der Mitarbeiter wollte ledig­lich meinen Reisepass um das Visum einzutragen, die Bestätigung aus Ankara, die Eras­musbestätigung des AAA, das Visum Bewerbungsformular und 30 Euro. Ohne großen büro­kratisch Aufwand hatte ich es in einer guten halben Stunde geschafft. In der Türkei ange­kommen, wird das internationale Büro in Bilkent gemeinsam mit euch zum Polizeipräsidium fahren um dort eine Aufenthaltserlaubnis zu beantragen (Kosten 40 Euro + 2 Passbilder). Alternativ kann man die Türkei auch ohne Visum bereisen, sofern man am 90. Tag wieder ausreist. Wenn man möchte kann man dies mit einer Reise z.b. nach Griechenland verbin­den, um kurze Zeit später wieder einzureisen (ohne Visum) wobei die 90-Tage-Regelung von neuem beginnt.

Sonstiges

Möchte man sein Handy in der Türkei mit einer Sim Karte eines türkischen Anbieters benut­zen, so sollte man sein Mobiltelefon dringend im Mobilshop anmelden. Ansonsten wird es konsequent nach zwei Wochen gesperrt. In der Orientierungswoche sind die BISC Studen­ten mit uns geschlossen in den Shop von Turkcell gegangen, um bessere Konditionen aus­handeln zu können. Sofern man beim telefonieren den gleichen Anbieter hat, ist das telefo­nieren recht günstig.

Für Geldangelegenheiten kann ich die Deutsche Kreditbank (DKB) empfehlen. Extra für das Auslandssemester habe ich dort ein Konto mit Kreditkartennutzung eröffnet. Mit der DKB Visakarte hebt man an jedem Geldautomaten Türkische Lira ohne Gebühren und zu aktuel­len Wechselkursen ab. Das Konto ist kostenlos und selbst korrekt ausgefüllte Auslands­überweisungen sind mit 12€ im Gegensatz zu anderen Anbietern noch günstig.

Neben dem Auslandskrankenschein sollte man eine Auslandskrankenversicherung ab­schließen. Damit läuft man nicht Gefahr eventuelle Kostendifferenzen zwischen türkischen und deutschen Ärzten selbst ausgleichen zu müssen.

Mit in das Anreisegepäck sollte auf jeden Fall 4 bis 6 Passbilder, ein Reiseführer und eine kleine Reisemedizin. Denn vom Leitungswasser sollte man hier auf keinen Fall trinken.

Pakete in die Türkei zu senden ist am günstigsten mit DHL und von der Türkei nach Deutschland mit PTT.

Fazit

Mein Auslandsemester war ein durchweg positives Erlebnis. Wer sich traut in die Türkei zu kommen, kann hier sehr viele Erfahrungen sammeln und eine sehr unterschiedliche, fremde Kultur kennen lernen. Das Studium bietet hier viele Freiheiten aus einem großen Kurskatalog zu wählen. Die Vorlesungen bieten hier Abwechslung zur Mannheimer Volkswirtschaftslehre und bieten einem die Möglichkeit die Ökonomie im Ausland kennen zu lernen.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Geschafft!!!!

Die Prüfungen sind zu Ende. Der Heimflug steht am 22. Januar an.
Mit einem tränenden und einem freudigen Auge werde ich zurück nach
Deutschland kehren. Warum? Das könnt ihr hier entnehmen.

Auf folgendes freue ich besonders zurück in Deutschland:

- Familie

- Freunde

- Kommilitonen

- Auto fahren

- Schweinebraten

- Schnitzel (vom Schwein!)

- Roulade mit Klößen

- leckere Salami

- Magerquark :-)

- Weizenbier

- ausreichend Klopapier

- Tageszeitung

- mein gemütliches Bett

- Schach spielen


Das werde ich vermissen:

- Freunde, Kommilitonen

- ständig „Hocam“ genannt werden

- Fleisch zu jedem Gericht

- Viel Essen

- Reisen

- „Buyurun“ an jeder Ecke zu hören

- eigenen Putzdienst

- die kurzen Wege

- Taxi fahren

- Wetter

- Teetrinken zu jeder Möglichkeit

- Preisverhandlungen

- türkischen Bazar

- all die kleinen Leute ;-)

- die Gastfreundschaft

- Sportcenter um die Ecke

- Gummibärchen (die hier anders schmecken)

- alles „hinterher getragen“ zu bekommen

- gesalzene Mandeln

- das Hamam

Fortsetzung folgt

Top 50 meiner Bilder als Diashow


Es war eine schwere Auswahl. Das nun sind meine Top50

Samstag, 3. Januar 2009

Silvester und Geburtstag in Istanbul


Kurztrip nach Istanbul zum Silvester und Geburtstagsfeiern:
- Party auf unserem angemietetem Privatboot mit 50 Freunden auf dem Bosporus
- Sightseeing

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Weiße Weihnacht in Ankara


- Kirche
- Essen
- Gedichte
- Weihnachtslieder
- Bescherung
- Glühwein ;-)

Freitag, 19. Dezember 2008

Trommelmusik in Sanliurfa

Ruf der Muezzine in Aleppo

Gaziantep


- Die Rückreise in die Türkei gestaltete sich schwieriger als gedacht
- Es wollte sich kein Taxifahrer finden lassen der uns um 17 Uhr an die (ca. 60km entfernte) syrische Grenze (für weniger als 30€) fahren wollte. Doch ein Privatmann fuhr uns in dann doch in seinem kleinen Minivan ohne Fenster
- Dann wollten die Grenzbeamten auch noch 550 Syrische Lira (=8€) pro Mann für die Ausreise! Wir kamen uns doch ein wenig seltsam vor als wir in einem kleinen Schuppen das Geld gegen einen Zettel austauschten der uns über die Grenze lassen sollte. Dennoch war alles laut unseren Kommilitonen die zuvor schon in Syrien gewesen waren, rechtens.
- In Gaziantep verbrachten wir nur eine Nacht bevor wir in den Flieger zurück nach Ankara stiegen
- Für den kurzen Aufenthalt hat Gaziantep überrascht. Das Restaurant in dem wir waren, überzeugt mit gutem Essen, gutem Service (!) und guten Preisen. Auch das Hotel war für 10€ sehr günstig und dennoch gut so das wir nicht einmal verhandeln mussten!

Aleppo (Syrien)


- Auf nach Syrien
- Natürlich hatte sich niemand (außer Susi) ein Visum besorgt und daher mussten wir uns auf Aussagen unserer Kommilitonen verlassen, dass wir mit ein bisschen Wartezeit ein Visum an der Grenze erhalten
- Nachdem wir kurzfristig noch eine SMS bekamen, dass wir unbedingt 50 amerikanische Dollar pro Nase brauchen um das Visum zu erhalten, haben wir in einem mysteriösen Baklavaladen im Busbahnhof Gaziantep $300 für Türkische Lira eingetauscht. (Glücklicherweise waren es keine Blüten)
- An der Grenze wurden wir das Gefühl nicht los, dass man eine kleine "Aufwandentschädigung" von uns, für den Aufwand den wir verursachten, erwartet. Nach ca. 1 1/2 Stunden warten, zig Formulare ausfüllen und $32 fürs Visum wurden wir ins Land gelassen
- Herzlich Willkommen hießen uns die Taxifahrer an der Grenze, die wir erst ein mal herunterhandeln mussten. Lustigerweise waren die so knapp bei Kasse, dass wir ihnen den Sprit an der Tanke von unserem Taxigeld zahlen mussten
- Unser Hotelbesitzer in Aleppo war sehr nett, allerding war das Zimmer Nachts sehr kalt
- Nachdem wir uns mit Falafeln vollgestopft hatten, habe ich ein Schachkaffee gefunden in dem wir sogar mit Frauen (!) durften. Dort habe ich sehr nette Araber kennen gelernt, die auch nicht schlecht Schach spielen können.
- Am nächsten Tag ging es auf den Bazar auf dem ich mir Nüsse, ein arabisches Kopftuch und viele Kleiningkeiten gekauft habe
- Aus meinem maßgeschneiderten Anzug ist leider nichts geworden. Es hätte 20 Tage gedauert diesen zu nähen. Dabei wäre er mit umgerechnet 60€ ein Schnäppchen gewesen. Auf der Suche nach gefertigten Anzügen konnte ich nichts in meiner Größe finden (die Araber sind einfach zu klein).
- eine "wirkliche" Disco lies sich leider in Aleppo nicht finden

Sanliurfa


- Sanliurfa ist eine sehr schöne Stadt
- Abraham ist dort geboren und Hiob hat in dieser Stadt seine Leiden aushalten müssen
- Wir hätten in dieser Stadt ruhig noch mehr Zeit verbringen können, soviel gab es dort zu sehen
- Das arabische Dörfchen Harran mit seinen alten Häusern war sehr nett zu besichtigen. Der einheimische Touristguide führte uns an dem Eintrittskartenhäuschen vorbei zu allen Sehenswürdigkeiten und erklärt uns wie damals Ayran (türkische Buttermilch) gemacht wurde
- Auffällig war, dass die in der Türkei lebenden Araber lila Kopftücher getragen haben. Ja selbst für Männer war es hier selbstverständlich Kopfbedeckung zu tragen
- Am Abend haben wir noch lecker Auberginen Kebab oder Pide (türkische Pizza) gegessen

Mardin


- Abreise von Van mit dem Bus nach Mardin. 7 Std dauerte die Reise über Passstraßen in den Bergen mit sehr viel Schnee.
- Unglaublich war die unterschiedliche Landschaft. Erst noch verschneite Berge, etwas später saftige grüne Wiesen in den Region Rund um den Fluss Tigris.
- Mardin ist ein richtiges türkisches Touristenstädtchen
- Dort genehmigten wir uns das bislang teurste Hotel mit umgerechnet 25€ pro Nase und Nacht. Dafür hatte ich ein super Doppelzimmer für mich ganz alleine
- In Mardin wurde Rebecca von einem türkischen Reporter interviewt und das noch zu ihrem Leitwesen in türkisch
- Anzumerken war das tolle Restaurant in Mardin, in welchem man vorzüglich speißen konnte. Das Restaurant wird von einer Frau betrieben (war mal eine kleine Sensation) und man kann den örtlichen Frauen beim Essen zubereiten zusehen. Wirklich lecker

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Van


- Van gelegen am Vansee (sieben mal so große wie der Bodensee) ist eine Stadt mit ca. 400.000 Einwohnern
- Teilweise sind die Mensch, die in den Dörfern leben so arm, dass sie Kuhfladen trocken und anschließend zum heizen verwenden. Jedenfalls hat man große Mistberge gesehen
- Unglücklicherweise waren fast alle Geschäfte und Restaurants am Montag (Hochtag des Opferfest) geschlossen und wir mussten verzweifelt nach einer Essensmöglichkeit suchen
- Besichtigung der Kirche zum Heiligen Kreuz auf der Insel Akdamar. Dort sind einige Geschichten aus der Bibel dargestellt. Welche erkennt ihr? Ein findiger Türke hat uns dort übers Ohr gehauen und für uns als Gruppe umgerechnet 10 Euro Eintritt verlangt, obwohl wir die nicht hätten zahlen müssen.
- Danach sind wir auf die ehemalige Zitadelle gestiegen um Fotos zu schießen bevor die Sonne unterging
- Ein Highlight war wohl der Hamam (Türkische Bad) Besuch an Susannas Geburtstag. Wir konnten den Hamambesitzer dazu "überreden" nach Geschäftsschluss uns noch schwitzen zu lassen und so hatten wir das ganze Hamam für uns alleine
- Am Abend trafen wir wieder auf eine Bilkent Reisegruppe mit der wir in einem Tanzcafé zur kurdisch/türkischer Musik tanzten

Dogubayazit


- kurzer Zwischenstop in Dogubayazit
- Besichtigung des İshak-Paşa- Palast, der auf der Rückseite des 100 Lira Schein abgebildet ist
- Bestaunen des Berg Ararat (ca. 5100m)
- Suche nach der Arche-Noha, die hier laut Bibel gestrandet sein soll
- Die iranische Grenze ist von hier zu sehen

Kars - Ani


- Flug nach Kars
- Kars ist eine triste ehemalig russisch besetzte Stadt
- es gibt nette Teestuben in denen wir Backgammon und Skat gespielt haben
- Ausflug zur ehemaligen armenischen Hauptstadt Ani. Die armenische Grenze ist nur einen Steinwurf entfernt. Faszinierend sind die verschieden Religionen die damals dort aufeinander trafen. Georgische Christen, Armenische Christen, Muslime.........
- Abends haben wir einen zweite Reisegruppe von unserer Uni getroffen mit der wir in einer Kellerdisco "unter uns" waren. Die jungen türkischen "Disco"betreiber haben uns türkisch Tanzen beigebracht. *klasse!*
- Am Montag Morgen wurden die Tiere (meist Schafe) zum Schlachten gebracht um sie zum Opferfest verspeisen und teilen zu können

Bayram (Operfest) Reise 6.12. - 16.12.

Ich bin aufgebrochen mit meinen lieben Kommilitonen eine 10-tägige Reise in die Osttürkei und Syrien zu unternehmen. Die Bayram Ferien haben wir um 2 Tage verlängert um unsere ehrgeizige Reise auch zu verwirklichen. 70 Tage nach dem Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan feiern die Muslime das wichtigeste Fest in ihrer Religion. Mit dem Opferfest wird Vater Abraham gedenkt. Abraham wird auch in der Bibel erwähnent und vielen ist bestimmt die Geschichte bekannt. Traditionell wird am Opferfest ein Tier (meist Schaf) geschlachtet, das zu 1/3 selbst verspeist, 1/3 an Verwandte, Bekannte, Freunde und Nachbarn und dem letzten 1/3 an Bedürftige verschenkt wird.

Der Osten der Türkei gilt als wirtschaftlich schwache Region, die in Religion und Tradition noch stärker verwurzelt ist. Im Südosten der Türkei ist die Militärpräsenz sehr stark, da man immer noch die PKK (Kurdische Arbeiterpartei) verfolgt und vor Anschlägen oder Entführungen Angst haben muss. Je weiter man in den Südosten vordringt, umso mehr Kurden trifft man und der arabische Einfluss wird sichtbar.

Mit dem Wetter hatten wir noch Glück gehabt. Es war zwar kalt, aber den großen Schneemassen sind wir entkommen. Geographisch ist die Osttürkei bergiger und die Sonne geht früher unter.


Mit Flug kommen wir ungefähr auf gut 3000km Strecke, die wir zurückgelegt haben.
- Die einzelnen Diashows mit Kurzberichten folgen in Kürze -

Sonntag, 30. November 2008

Vierter Donnerstag im November = Thanksgiving


Am letzten Donnerstag habe ich mein erstes Thanksgiving mit meinen amerikanischen Freunden gefeiert. Es gab sehr, sehr viel zu essen, auch wenn wir keinen richtigen Truthahn finden konnten war das Büffet eine Pracht. Da es in Amerika Tradition ist an diesem Tag dankbar zu sein, soll dies jeder Festteilnehmer auch in einem kleinen Sätzchen ausdrücken:
I am thankfull for, never being fed up with eating......
I am thankfull for, my mom giving birth to me.....
I am thankfull that I was born so smart and handsome......



An diesem Abend habe ich noch drei Franzosen kennen gelernt, die auf der Durchreise sind und für zwei Nächte bei Keegan, Christopher and Helene übernachteten. Ihre Geschichte war ganz lustig. Zwar möchten diese drei Franzosen mit weiteren vier Freunden (auch Kanadier) die Welt in fünf Jahren zu Fuß bereisen!!! Ihre selbst gestellten Regeln sind nicht mehr als 2 Euro pro Tag und Mann auszugeben und nichts für Transport auszugeben. Verrückt muss man da schon sein. Sie sind im Mai in Frankreich gestartet und sitzen in jetzt in Ankara fest, bis ihre Winterausrüstung eintrifft. Solange werden wir sie wohl noch von Studentenbude zu Studentenbude durchreichen, nach dem ein Kommilitone sie über Couchsurfing kennen gelernt hat. Ihre Homepage ist www.toutenmarchant.com leider nur auf französisch.



Am Freitag morgen hat es das erste mal ein bisschen in Ankara geschneit! Dafür haben wir heute schon wieder 10°C. An diesem Tag haben wir das türkische Parlament besichtigt. Aufregend war es weniger und kein Politiker war anwesend, so das die Führunge nicht länger als eine Stunde dauerte.

PS: Wie immer verstecken sich hinter den Bildern Diashows!
Allerdings ist hinter dem Franzosenbild nichts!

Mittwoch, 26. November 2008

Midterms, Middterms, Midterms und noch mal Midterms

Wie die Überschrift schon verrät, bin ich gerade mit Midterms, d.h. Klausuren unter dem Semester, beschäftigt. Diese verteilen sich so, dass ich seit dem Wochenende nach Kappadokien jeweils ein Midterm pro Woche schreibe. Dies geht jetzt noch so weiter bis die Bayramferien (Opferfest) am 8.12. starten. Bis dahin werde ich alle Midterms geschrieben haben, so dass sich diese Zeit wieder mal für eine Reise eignet. Planungen laufen, aber ein konkretes Ziel gibt es noch nicht.
Ansonsten werde ich am Freitag das türkische Parlament besichtigen und wieder mal ein paar Fotos hochladen.....
Grüße
Christian

Freitag, 14. November 2008

Kurztrip nach Göreme 7.-9. Nov, Kappadokien

Kappadokien (=Land der schönen Pferde)

Das letzte Wochenende hatte ich mit 11 Kommilitonen noch genutzt um einen kurzen Ausflug nach Kappadokien zu unternehmen. Die Busreise mit 4 ½ Stunden war recht kurz und da wir nicht in der Hauptsaison unterwegs waren, sind wir sehr günstig untergekommen. Unsere Pension war zentral gelegen und unsere Zimmer waren Höhlen. Diese sollte einem das Gefühl verleihen in den Berg gehauene Höhlen zu wohnen. Wir mussten uns aber nicht, wie vor hunderten Jahren, aus unserem Glauben von den Römer oder Angreifern verstecken. Die Region Kappadokien ist sehr alt und gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Die über die Jahrhunderte geformte einzigartige Landschaft ist Magnet für viele Touristen. Selbst George Lukas hatte hier ohne Probleme einen seiner Star Wars Filme drehen können und jeder würde denken, dass es sich dabei um einen fremden Planeten handelt.

Samstag hatten wir uns einen eigenen Minibus mit Fahrer gemietet. Der fuhr uns überall hin und wir konnten uns bei zahlreichen Stationen wie Love Valley, unterirdischen Städten, Burgen, Töpfereien oder Märkten so viel Zeit lassen wie wir wollten. In der Töpferei war ich ein bisschen zu vorlaut und musste dann meine Töpferkunst selbst unter Beweis stellen. Für einen Anfänger habe ich mich wohl ganz gut geschlagen, obwohl ich danach selbst nicht sagen konnte was mein Kunstwerk, Tasse oder Vase, eigentlich darstellen sollte.

Den Abend haben wir mit einem Vier-Gänge Menü und einem Besuch im „Weinkeller“ ausklingen lassen. Leider war ich in Kappadokien vom Wein und unsrer Weinprobe maßlos enttäuscht. Obwohl wir türkisch sprechende Kommilitonen dabei hatten, wollte/konnte uns der Herr des Weingutes nichts erzählen.

Sonntag unternahm ich mit einigen anderen eine Quad Tour. Die Landschaft hier mit ihren staubigen Boden ist ideal für einen Quad Ausflug. Da kann man mit seiner Maschine richtig über Schanzen springen und das sliden macht herrlich Spaß.

Insgesamt ein klein, aber sehr feiner Ausflug

Ich versuche mich beim Töpfern


Es sah doch so einfach aus......

Harry Potter zeigt uns das Töpfern


Liebevoll nennen sie ihren jüngsten Töpfer Harry Potter. [potter engl. für töpfern]
(Toller Scherz für die Touristen......)
Früher musste man noch mit Muskelkraft das Schwungrad antreiben.
Mitlerweile wir das nur noch als Touristenattraktion vorgeführt.